Diebstahlserie im Landkreis Cham: Tatverdächtiger festgenommen

Die Kriminalpolizei Regensburg ermittelt nun gegen einen 34-jährigen Mann, der verdächtigt wird, eine Diebstahlserie im Grenzraum verübt zu haben. Der Mann sitzt aktuell in Untersuchungshaft.  

Seit Oktober 2017 kam es im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet im Bereich Furth im Wald und Waldmünchen zu einer auffälligen Häufung von Eigentumsdelikten. Unbekannte Täter gingen hierbei überwiegend versperrte und unversperrte Garagen sowie Scheunen und Lagerräume an und entwendeten hieraus Werkzeug, Kompletträder und Alufelgen, Fahrräder und Krafträder. Die Diebe hatten es dabei insbesondere auch auf hochwertige Garten- und Handwerksgeräte von namhaften Herstellern wie Stihl, Makita, Hilti usw. abgesehen. Zur Aufklärung dieser Taten arbeitete die Polizeiinspektion Furth im Wald mit der tschechischen Polizei eng zusammen. 

Am Sonntag, 04.02.2018 kam es in Neukirchen b. Hl. Blut erneut zu mehreren Diebstählen, bei denen unter anderem eine Tischkreissäge entwendet wurde. Die Ermittlungsgruppe der PI Furth im Wald führte an den Tatorten umfangreiche polizeiliche Maßnahmen durch. Sehr hilfreich waren in diesem Zusammenhang insbesondere die Zeugenaussagen aufmerksamer Bürgerinnen und Bürger aus Neukirchen. Diese hatten die bis dahin unbekannten Täter und ein von ihnen genutztes Fahrzeug - einen auffälligen Fiat Punto - sehr detailliert beschrieben. Einem aufmerksamen Further Polizeibeamten, der sich gerade in seiner Freizeit befand, fiel eben dieses Fahrzeug am Mittwoch, 07.02.2018 im Stadtgebiet Furth im Wald auf. Im Bereich Kettersdorf wurde schließlich eine Kontrolle des Fahrzeugs und seiner Insassen durchgeführt. Schnell war klar, dass es sich bei dem 34-jährigen Fahrer und seiner 21-jährigen Beifahrerin mutmaßlich um die in Neukirchen beobachteten Personen handelte. Die vor Ort eingesetzten Polizeibeamten der PI Furth im Wald nahmen deshalb die Personen vorläufig fest. Den Fiat Punto, in dem sich eine Vielzahl von Ein- und Aufbruchswerkzeug befand, stellten sie sicher.

 

© Polizeipräsidium Oberpfalz

 

Zur Aufklärung und Bearbeitung der Taten wurde fortan die Ermittlungsgruppe „Höll“ bei der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg eingesetzt. An dieser sind neben Beamten des in Furth im Wald situierten Kommissariats 10 der Kripo Regensburg auch Beamte der Polizeiinspektion Furth im Wald beteiligt.

Im Laufe der weiteren Ermittlungen konnte festgestellt werden, dass es sich bei dem 34-Jährigen um keinen Unbekannten handelt. Der slowakische Staatsangehörige war in der Vergangenheit bereits mehrfach polizeilich auffällig geworden. Gegen ihn wurde durch das Amtsgericht Amberg Untersuchungshaft wegen des Verdachts des Diebstahls angeordnet. Er befindet sich derzeit in einer Justizvollzugsanstalt. Seine 21-jährige Beifahrerin, eine tschechische Staatsangehörige, ist bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Sie wurde nach Würdigung der Gesamtumstände nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft entlassen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen steht der Festgenommene im Verdacht für eine Serie von Diebstählen und Einbrüchen im Grenzraum verantwortlich zu sein. Die Ermittlungen laufen diesbezüglich auf Hochtouren. Durch die EG Höll werden momentan über 150 Fälle überprüft, die sich in den letzten Monaten im Grenzraum ereignet haben. Es ist anzunehmen, dass viele Taten bislang nicht bei der Polizei angezeigt wurden. Gründe hierfür können z.B. sein, dass die Geschädigten Diebstähle noch nicht bemerkt haben oder diese wegen scheinbarer Geringfügigkeit bislang nicht zur Anzeige brachten. Diesbezüglich wird gebeten, derartige Fälle an die Kripo Regensburg unter der Tel. 0941/506-2888 oder die Polizeiinspektion Furth im Wald unter der Tel. 09973/504-0 zu melden.

Hervorzuheben in diesem Fall ist die außerordentlich gute spartenübergreifende Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Schutzpolizei- und Kriminalpolizeidienststellen in der Oberpfalz sowie der Polizei der Tschechischen Republik.

 

pm/MB