Datenträger sichergestellt: Auch Jugendliche haben kinder- und jugendpornographische Inhalte verbreitet

Jugendliche als Tatverdächtige? Und dann auch noch in Sachen „Kinder- und Jugendpornographie“? Leider ja – und laut Kriminalpolizeiinspektion Regensburg werden es immer mehr. Am heutigen Donnerstag wurden die Wohnungen von vierzehn Tatverdächtigen in den Landkreisen Cham und Regensburg sowie in den Städten Neumarkt und Regensburg durchsucht. Und zwar: unter anderem wegen des Verdachts des Besitzes sowie des Verbreitens kinderpornographischer Inhalte. Besonders erschreckend: vier Tatverdächtige sind noch unter achtzehn. 

Die Tatverdächtigen werden beschuldigt im Besitz von kinder- und jugendpornographischen Inhalten zu sein, die sie sich mehrheitlich über sog. „Peer-to-Peer-Netzwerke“ (P2P) besorgt oder über solche verbreitet haben sollen. Ansätze für die Ermittlungsverfahren, die in keinem Zusammenhang stehen, konnten teils durch Hinweise aus der internationalen Zusammenarbeit mit anderen Polizeibehörden gewonnen werden.

Unter den ausschließlich männlichen 14 Tatverdächtigen im Alter zwischen 14 und 52 Jahren befinden sich auch vier jugendliche Tatverdächtige. Unter den Tatverdächtigen im Deliktsbereich Kinderpornographie sind zunehmend Jugendliche festzustellen. Den Straftaten liegt in diesen Fällen oftmals kein pädosexueller Hintergrund zugrunde, sondern ein fehlendes Bewusstsein hinsichtlich des kinderpornographischen Charakters der Datei und der damit verbundenen strafrechtlichen Relevanz.

Datenträger wurden sichergestellt  – wie geht es weiter?

Alle Tatverdächtigen wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Die Ermittlungen wegen Besitzes bzw. Verbreitens kinder-/ jugendpornographischer Inhalte werden durch die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg in enger Abstimmung mit dem bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg angesiedelten Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornographie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) und den Staatsanwaltschaften Nürnberg-Fürth und Regensburg (Zweigstelle Straubing)  geführt.

Polizei setzt Zeichen gegen Kinderpornographie

Hinter jeder kinder- oder jugendpornographischen Bild- oder Videodatei verbirgt sich der reale Missbrauch eines Kindes oder eines Jugendlichen. Durch die Verbreitung der Dateien wird der Missbrauch kontinuierlich fortgesetzt und dem Opfer weiteres Leid zugefügt.

Beschluss des Bundestags vom 25. März 2021

Auch der Gesetzgeber verstärkt den Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern. So hat der Deutsche Bundestag am 25.03.2021 u. a. Strafverschärfungen bei Besitz und Verbreitung von Kinderpornographie beschlossen. Diese Taten sollen in bestimmten Fällen durch die Erhöhung des Strafrahmens zum Verbrechen hochgestuft werden, womit dann eine Mindeststrafe von einem Jahr vorgesehen wäre. Dies führt zugleich zu einer Erweiterung der polizeilichen Ermittlungsmöglichkeiten.

Polizeipräsidium Oberpfalz