Das Biomasseheizwerk in Viehhausen – Klappt die REWAG-Übernahme?

Vor 15 Jahren ist in Viehhausen ein Biomasseheizwerk gebaut worden – mit dem Ziel dezentral vor Ort Wärme zu erzeugen. Neue Baugebiete wurden an das Fernwärmenetz angeschlossen und die Eigentümer verpflichtet ihre Häuser mit der Wärme aus dem Heizwerk zu beheizen. Seit einigen Jahren gab es aber mächtig Ärger zwischen Kunden und Betreibern. Der Vorwurf: zu hohe Preise. Dann im Juli die eigentlich gute Nachricht: Die REWAG überlegt das Heizwerk zu übernehmen. Aber auch das scheint jetzt wieder nicht allen Kunden recht zu sein…


 

Nur wenn fast alle der 120 Kunden bereit sind zu wechseln, wird die REWAG investieren. Das hat der Vorstandsvorsitzende Norbert Breidenbach von Beginn an klar gestellt. Nach diversen Gesprächen und einer Infoveranstaltung gingen vor gut einem Monat dann Vertragsentwürfe an die Kunden raus. Bis zum vergangenen Wochenende sollten sie zurückgeschickt werden. Bisher haben aber nur knapp 50 Prozent der Kunden unterschrieben.

Denn das Bündnis Biowärme Viehhausen, dem ca. 40 Kunden angehören, ist mit dem neuen REWAG-Vertrag nicht einverstanden – obwohl viele der Kritikpunkte am alten Vertrag mit der Betreiber GmbH beseitigt wurden. So gibt es jetzt ein einheitliches Preissystem – ohne Vergünstigungen für einzelne Kunden. Die Anschlusshöhe (sozusagen die Mindestabnahmemenge) wurde, wenn nötig, an den Kunden angepasst und auch die Preisgleitklausel wurde geändert. Denn früher waren die Preise zu sehr an den Ölpreis gebunden, jetzt orientieren sie sich größtenteils an Holz – dem Brennstoff, der auch verwendet wird.

Aber dem Bündnis ist das trotzdem noch alles zu teuer. Laut REWAG sind die Preise aber marktgerecht. Ein weiterer Kritikpunkt: Bei Beendigung des Vertrages müsste der Kunde sämtliche Rückbaukosten tragen, das könnten bis zu mehrere tausend Euro. „Stimmt nicht“, sagt die REWAG. Und so gibt es einige Gründe in denen sich die Parteien noch nicht einig sind.
Wer die Kunden des Biomasseheizwerks im kommenden Jahr mit Wärme versorgen wird – weiterhin die alte Betreiber-GmbH oder die REWAG – ist also noch offen…

JK