Coronavirus-Fall: Pressekonferenz in München

Update, 11:07 Uhr

Der erste bestätigte Coronavirus-Fall in Deutschland liefert nach Ansicht der bayerischen Gesundheitsbehörden neue Erkenntnisse über die Ansteckungswege der Lungenkrankheit. Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag in München mitteilte, hat sich der 33 Jahre alte Mann nach ersten Erkenntnissen bei einer Chinesin angesteckt, die zu dem Zeitpunkt noch keine Symptome der Krankheit zeigte. «Das ist neu, dass wir das so wissen», sagte der Leiter der Taskforce Infektiologie, Martin Hoch. Die Behörden müssten aber noch mit der Chinesin sprechen, um das zu bestätigen.

dpa

 

Update, 10:45 Uhr

Nach dem ersten bestätigten Fall der neuartigen Lungenkrankheit in Deutschland überprüfen die bayerischen Behörden 40 Kontaktpersonen in der Firma und der Familie. Das sagte der Leiter der Taskforce Infektiologie, Martin Hoch, am Dienstag in München. «Die Zahl kann noch steigen.» Die Chinesin und der deutsche Mitarbeiter hätten im Rahmen der Schulung in einer kleinen Gruppe zusammengearbeitet. Die Ansteckung habe «in einem Intervall, in dem die Chinesin noch symptomfrei war» stattgefunden, sagte der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf.

dpa

 

Update, 10:40 Uhr

Die Chinesin, bei der sich der Mitarbeiter der Firma angesteckt haben soll, ist laut Gesundheitsministerium seit 19. Januar in Deutschland gewesen.

Zur Übertragung des neuen Virus: "Ein längerer Face-to-Face-Kontakt" gilt als Risiko für eine Ansteckung. Also bereits ein 15 Minuten langes Gespräch. Eine "Mundmaske" sei allerdings nicht sinnvoll. Wie lang das Virus von einem Erkrankten, der keine Symptome mehr zeigt, noch im Körper getragen wird, können die Experten derzeit noch nicht sagen. Es handle sich um ein neuartiges Virus.

 

Update, 10:37 Uhr

Bei dem mit dem neuen Coronavirus infizierten Mann in Bayern handelt es sich um einen 33-Jährigen. «Es geht ihm recht gut, gestern Vormittag hat er noch gearbeitet», sagte der Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, am Dienstag in München. Der Mann habe an einer Schulung seiner Firma Webasto teilgenommen, an der auch eine Kollegin aus dem Werk des Unternehmens in Shanghai teilgenommen habe. Die Frau habe vor ihrer Reise nach Deutschland Besuch von ihren Eltern gehabt, die aus der besonders betroffenen Region Wuhan stammen. Sie sei am 23. Januar wieder zurückgeflogen und habe sich auf dem Heimweg krank gefühlt.

dpa

 

Update, 10:35 Uhr

Am Flughafen habe sich bislang noch kein Fall bestätigt.

In der Firma und der Familie des Infizierten habe es aber ca. 40 Personen mit "engem Kontakt" gegeben.

 

Update, 10:24 Uhr

Tatsächlich hat sich auf der Pressekonferenz des Gesundheitsministeriums die Umstände der Ansteckung des Bayerischen Patienten bestätigt.

Nachdem ein chinesischer Gast bei der Firma Webasto in Starnberg war und das Virus festgestellt wurde, hat die Firma bei den Mitarbeitern nach möglichen Symptomen gefragt. Tatsächlich hat sich daraufhin ein Mitarbeiter gemeldet, der am Wochenende mit Krankheitssymptomen zu kämpfen hatte.

Diese seien allerdings bereits wieder abgeklungen, so dass der Erkrankte am gestrigen Montag bereits wieder in der Arbeit war.

Trotzdem wurde der Mann mittlerweile isoliert und es wird nach weiteren Mitarbeitern der Firma gesucht, die ebenfalls Krankheitssymptome zeigen. Bislang (Stand Dienstag, 10:30 Uhr) habe man allerdings noch keine weiteren erkrankten Personen gefunden.

Mögliche Fälle sehr rasch zu erkennen, sei sehr wichtig, man sei der Firma auch sehr dankbar, dass über die mögliche Erkrankung informiert wurde- allerdings sei es auch wichtig, das richtige Maß zu finden, sagte Dr. Andreas Zapf, Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei der Pressekonferenz.

Für die Bevölkerung in Deutschland gehen die Behörden derzeit von einem "moderaten Risiko aus".

Update, 9:50 Uhr

Der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland hat sich bei einem chinesischen Gast seiner Firma angesteckt. Die Frau aus China sei zu einer Fortbildung bei der Firma Webasto im Landkreis Starnberg in Oberbayern gewesen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Kreisen der Gesundheitsbehörden.

 

Ursprüngliche Meldung:

Zur ersten bestätigten Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Deutschland hat das bayerische Gesundheitsministerium für Dienstagvormittag zu einer Pressekonferenz eingeladen. Um 10 Uhr will Landesgesundheitsministerium Melanie Huml (CSU) in München über den Fall informieren. An der Pressekonferenz nehmen einer Mitteilung zufolge auch der Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, sowie der Leiter «Task Force Infektiologie» des Landesamtes, Martin Hoch, teil.

Das Ministerium hatte am späten Montagabend mitgeteilt, dass ein Mann aus dem Landkreis Starnberg sich mit dem Erreger infiziert habe. Das Virus kann eine Lungenkrankheit auslösen, an der im Hauptverbreitungsland China bereits mehr als 100 Menschen gestorben sind - die meisten davon waren ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen.

Der Patient in Bayern befindet sich nach Angaben der «Task Force Infektiologie» des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit klinisch in einem guten Zustand, wie es in der Mitteilung vom Montag hieß. «Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert.» Weitere Angaben zu dem Mann machte der Sprecher zunächst nicht.

dpa