Corona im Handwerk: Jeder vierte Betrieb will weniger Lehrlinge ausbilden

Wegen der Corona-Krise will ein Viertel aller Handwerksbetriebe weniger Lehrlinge ausbilden. Die Handwerkskammer Niederbayern – Oberpfalz macht deutlich, dass es gerade jetzt besonders wichtig ist, auf einen gut ausgebildeten Nachwuchs im Handwerk zu setzen. 

Jetzt nur nicht nachlassen: Die Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz haben sich bei ihrer ersten Sitzung des Jahres am vergangenen Samstag in Regensburg dafür ausgesprochen, trotz der Corona-Pandemie an der Ausbildungsleistung festzuhalten. Gerade in einer wirtschaftlich schweren Zeit sei es unerlässlich, in gut ausgebildeten Nachwuchs zu investieren.

 

Perspektiven für Jugendliche, Fachkräfte für Betriebe

Ein Nachlassen der Ausbildungsbereitschaft ist im ostbayerischen Handwerk bislang nicht erkennbar. Das bestätigt auch eine kürzlich veröffentlichte Umfrage des Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), nach der 45 Prozent der Betriebe ihr Ausbildungsangebot beibehalten oder erhöhen wollen. Dennoch gaben 25 Prozent der befragten Betriebe an, ihre Ausbildungsleistung aufgrund von Corona zu hinterfragen.

„Lehrstellen zu streichen, das wäre das falsche Signal“, sagt Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer, dazu. „Die jungen Menschen brauchen eine berufliche Perspektive, während die Betriebe Fachkräfte benötigen. Es gibt eine Zeit nach Corona. Wer jetzt nicht weiterhin ausbildet, der verschärft den Fachkräftemangel und dem fehlen dann schmerzlich Mitarbeiter.“ Zudem betonte er die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, die das Handwerk trage. Immerhin bilde es 33 Prozent der Lehrlinge aus und sei in vielen Regionen einer der wichtigsten Arbeitgeber.

 

Das Handwerk ist krisensicher

Die Corona-Krise verdeutlicht die Stärken des Handwerks: „Wir haben auch während des Shutdowns dafür gesorgt, dass die Versorgung mit dringenden Produkten und Dienstleistungen gewährleistet war“, so die Mitglieder der Vollversammlung. „Wie schon in vergangenen Krisenzeiten, beispielsweise der Finanzkrise 2008, beweist sich das Handwerk erneut als Stabilitätsanker“, sagt Jürgen Kilger, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Das Handwerk sei krisenfest, anpassungsfähig, loyal gegenüber seinen Mitarbeitern, mache Karrieren in der Heimat möglich und schaffe Perspektiven für junge Menschen.

 

Pressemitteilung Handwerkskammer Niederbayern – Oberpfalz/ MB