Continental prüft Stellenabbau – Roding betroffen?

Der Autozulieferer Continental könnte am Standort Roding zahlreiche Stellen abbauen. Laut einer Pressemitteilung prüft der Konzern, bis 2024 die Produktion und Entwicklung bestimmter Motorenkomponenten einzustellen.

Davon wären rund 320 Arbeitsplätze betroffen. Insgesamt sind in Roding 540 Menschen beschäftigt. Ihnen droht die Entlassung, weil Continental die Produktion von Hochdruckpumpen einstellen will. Laut Continental handelt es sich um langfristige Überlegungen – bis 2029 könnte es bei bis zu 20.000 Arbeitsplätzen Veränderungen geben.

In der Pressemitteilung von Continental heißt es:

In Roding (Deutschland) mit derzeit rund 540 Arbeitsplätzen soll 2024 die Produktion und Entwicklung von hydraulischen Komponenten für Benzin- und Dieselmotoren (Hochdruckpumpen) eingestellt werden. Davon wären voraussichtlich rund 320 Arbeitsplätze in der Produktion betroffen. Für die weiteren rund 220 Arbeitsplätze ist ein Übergang in funktionsnahe Aufgabenfelder vorgesehen.

 

IG Metall fordert Alternativkonzepte:

Der Betriebsrat und IG Metall sind geschockt.

„Die Beschäftigten sind geschockt, das hatten sie nicht erwartet. Der Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung bis Juni 2023 ist ein Fallschirm, aber nur ein milder Trost. Wir als Betriebsrat wurden diesen Montag vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne, dass wir Einfluss auf die Konzernentscheidung nehmen konnten. Eine Unverschämtheit und ganz schlechter Stil!“ – Claudia Hecht, Betriebsratvorsitzende Continental Roding

Dennoch sind sie sich einig, dass der Konzern durch die Umstellung der Produktion und die wirtschaftliche Situation vor großen Herausforderungen steht, aber eine Schließung des Werks und die Entlassung von Beschäftigten die schlechteste Lösung sei.

Rico Irmischer, Geschäftsführer der IG Metall Regensburg stellt klar: „Wir akzeptieren nicht, dass der Standort Roding bis 2024 dem Kahlschlag zum Opfer fallen wird. Die Beschäftigten sind qualifiziert, motiviert und bereit alles zu tun, um den Standort zu retten. Wir fordern vom Arbeitgeber alternative Konzepte für die Produktion in Roding.“

Die Betriebsratvorsitzende von Continental Roding fordert vom Konzern alternative Konzepte. Sollten diese nicht vorgelegt werden, werde der Betriebsrat eigene Konzepte entwickeln.

„Unser Kampfgeist ist ungebrochen! So leicht lassen wir und nicht abwickeln!“ – Claudia Hecht, Betriebsratvorsitzende Continental Roding.

Für nächsten Dienstag, den 01. Oktober 2019, ist eine Betriebsversammlung angesetzt, in der Betriebsrat und Gewerkschaft mit den Beschäftigten ins Gespräch kommen und die Optionen abwägen wollen.

„Sollte das Management von seiner Position nicht abrücken wird das der Anfang einer enormen Protestwelle sein.“ – Rico Irmischer, Geschäftsführer IG Metall

 

Aiwanger sieht Chancen für Continental-Mitarbeiter in Roding

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat sich durch Gespräche mit Rodings Bürgermeister Franz Reichold, dem Chamer Landrat Franz Löffler und einem kurzen Austausch mit dem Betriebsrat vor Ort einen Überblick verschafft und will kurzfristig einen Runden Tisch einberufen.

Als erste Einschätzung sagte Aiwanger, dass er den Continental-Standort in Roding modern und gut aufgestellt sieht, so dass eine Weiterentwicklung vor Ort aus seiner Sicht durchaus denkbar erscheint. „Continental in Roding hat eine Perspektive und die Mitarbeiter haben diese Perspektive auch verdient“, so Aiwanger.

Entscheidungen über die Neuausrichtung seien Sache der Unternehmen, Continental sei in Roding aber bereits in einem Transformationsprozess, der den Standort sichern sollte. Aiwanger plant für nächste Woche einen Runden Tisch mit den wichtigsten Akteuren, um das weitere Vorgehen zur Zukunft der Arbeitsplätze zu besprechen.

Das Wirtschaftsministerium werde zudem Instrumente einsetzen, um Neuansiedlungen in der Region zu unterstützen und zukunftsfähige Bereiche zu fördern.

Aiwanger: „Continental hat angekündigt, im Bereich Digitalisierung Arbeitsplätze aufzubauen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Wir haben in Bayern attraktive Rahmenbedingungen für die Neuausrichtung von Unternehmen m Umbruch. Beschäftigung und Wertschöpfung müssen im Freistaat erhalten bleiben, vor allem in den ländlichen Regionen.“

Die Bayerische Staatsregierung unterstützt mit dem Zukunftsforum Automobil Firmen der bayerischen Fahrzeug- und Zulieferindustrie im Transformationsprozess vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität durch Pilotprojekte, Förderung von Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Technologien sowie mit Qualifizierungsmaßnahmen.

 

 

Pressemitteilung IG Metall / Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie