Cham: Schulen werden zusammengeführt – Studienheim St. Josef wird erhalten

Das denkmalgeschützte ehemalige Studienheim St. Josef wird Teil der neuen kirchlich geführten Realschule auf dem Chamer Schulberg. Dies teilen der Leiter der Schulstiftung der Diözese Regensburg, Domkapitular Prälat Johann Neumüller und Landrat Franz Löffler nach einem Treffen am vergangenen Freitag mit. Dabei wurden die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorgestellt. Auf der Grundlage der Überlegungen der  Schulstiftung zu einer eventuellen Zusammenlegung von Gerhardinger- und Maristenrealschule auf dem Schulberg hatte Landrat Franz Löffler schon Ende 2014 diese Studie angeregt. Ausdrücklich geprüft werden sollte dabei auch der mögliche Erhalt des Studienheims St. Josef.

Neubau mit Erhalt des Studienheims

Auf der Grundlage dieser Studie ist die Entscheidung zur Zusammenlegung der beiden konfessionellen Realschulen in Cham jetzt gefallen. Diese soll mittels eines Neubaus auf dem Gelände der Schulstiftung am Chamer Schulberg umgesetzt werden. Um die beste aller möglichen baulichen Lösungen zu erreichen, wird die Schulstiftung einen Architektenwettbewerb durchführen.

Essentielle Vorgabe dieses Wettbewerbs wird sein, das denkmalgeschützte ehemalige Studienheim St. Josef als markantesten Teil der neuen Schule miteinzubeziehen. Domkapitular Johann Neumüller: „Die Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass der Erhalt und die Nutzung dieses prägenden Bauwerks nicht nur aus Gründen des Denkmalschutzes wünschenswert, sondern auch für die künftige Schule sinnvoll ist. Das Studienheim wird einen funktionalen und nicht nur optischen Gewinn darstellen. Wir hoffen zudem, auch den prägenden Baumbestand und den schön gestalteten Eingangsbereich erhalten zu können.“

Die Schulstiftung der Diözese plant, im Frühjahr 2018 mit dem Bau zu beginnen und die neue Schule im Jahr 2020 zu beziehen. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung der zuständigen Gremien der Schulstiftung und der Diözese.

Optimale Bildungsvoraussetzungen

Landrat Franz Löffler zeigte sich von der vorgestellten Grobplanung beeindruckt und stellte klar: „In erster Linie haben Schulen einen Bildungsauftrag und es ist die Pflicht eines jeden Schulträgers, sich inhaltlich wie auch räumlich so aufzustellen, dass dieser Bildungsauftrag optimal umgesetzt werden kann. Für unsere Kinder müssen die bestmöglichen Bildungsvoraussetzungen geschaffen werden. Die Zusammenlegung der beiden konfessionellen Schulen und die angedachte bauliche Umsetzung auf dem Schulberg bietet hierfür die Gewähr. Dass das Studienheim weiter eine maßgebende Rolle spielen wird, freut mich als Landrat, der ja auch für Denkmalfragen zuständig ist, umso mehr.“

Domkapitular Johann Neumüller ergänzt hierzu: „Eine Schule mit annähernd 1000 Schülerinnen und Schülern kann ein wesentlich umfangreicheres Bildungsangebot vorhalten als zwei kleinere Schulen. Hier denke ich vor allem an das künftige Angebot an wählbaren Schulzweigen.“

Neben dem Studienheim sollen auch die bereits vorhandenen Sportanlagen erhalten und ergänzt werden. Zudem ist daran gedacht, den Busverkehr so zu lenken, dass eine weitere verkehrsbedingte Belastung der Bürgermeister-Vogel-Straße vermieden wird.

Der Unterricht in den jetzigen Gebäuden der Maristenrealschule soll möglichst ungestört von den Bauarbeiten ablaufen.

Schulgebäude in der Innenstadt

Die weitere Nutzung der Schulimmobilie in der Innenstadt ist noch nicht geklärt. Zunächst ist geplant ein Wertgutachten in Auftrag zu geben. Sowohl die Schulstiftung als auch der Landkreis werden alles daran setzen, ein sinnvolles und die Innenstadt belebendes Nachnutzungskonzept zu entwickeln.

Foto: Archiv

Pressemitteilung/MF