Cham: Urteil nach Massencrash auf B20

Heute (03.05) fand in Cham ein aufsehenerregender Prozess statt: Vor dem Amtsgericht musste sich ein Mann für einen folgenschweren Unfall im Januar 2015 verantworten. Auf der B20 in Cham wurden damals 18 Menschen teils schwer verletzt, die 32-jährige Beifahrerin des Angeklagten starb noch an der Unfallstelle. Insgesamt 6 Autos wurden in den Unfall verwickelt. Unser Video zum Prozess:

Heute fiel dann auch das Urteil gegen den Mann, insgesamt wurde er wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit Körperverletzung in 15 Fällen verurteilt. Allerdings wurde heute in Cham auch noch ein zweiter Unfall, wenige Tage vor dem Massencrash auf der B20 verhandelt, auf den zwei der 15 Fälle von Körperverletzung entfallen.

Das kommt auf den Mann aus Wackersdorf zu:

  • 1 Jahr und 10 Monate auf Bewährung
  • Keine Fahrerlaubnis für 1 Jahr und 6 Monate
  • Eine Geldauflage von 2.400 Euro

 

Vor Gericht hat der Angeklagte heute über seinen Anwalt sprechen lassen. Er entschuldigte sich auf diesem Wege bei den Unfallbeteiligten und gestand seinen Fehler ein. Laut Anklageschrift soll er auf der einspurigen Fahrbahn Roding-Cham über die durchgezogene Linie gefahren sein. Dann kollidierte er frontal mit einem weiteren Fahrzeug. Dies löste eine Kettenreaktion aus, die zum Massencrash führte.

Unser kurzer Bericht aus dem Januar 2015:

Als Grund, warum er auf die Gegenfahrbahn kam, gab der Angeklagte heute eine Ablenkung durch sein Navigationsgerät an.

Vor Gericht wurden heute weitere Details bekannt: Der Angeklagte, ein Mechaniker aus Wackersdorf, soll kurz vor dem Unfall einfach weitergefahren sein- auch als ihm andere Verkehrsteilnehmer aufgeblendet haben und ihn anhupten.

 

RH/MF