BUND Naturschutz rät zu Bio-Weihnachtsbäumen

Der BUND Naturschutz (BN) hatte 2017 in einer deutschlandweiten Stichprobe in 13 von 17 Weihnachtsbäumen Pestizide gefunden. Deshalb wirbt der BN dafür, dass Verbraucher gezielt Bio-Weihnachtsbäume aus Bio-Plantagen oder aus Wäldern nachfragen, die ohne Kunstdünger und Pestizide groß geworden sind.

Trotz des steigenden Angebots an Bio-Weihnachtsbäumen übersteigt die Nachfrage nach Einschätzung des BN das Angebot bei weitem. Man begrüßt, dass die Anbauflächen von Bio-Weihnachtsbäumen zunehmen und einige Anbieter in einem ersten Schritt auf Pestizide und Kunstdünger verzichten. An konventionellen Verkaufsständen angebotene Weihnachtsbäume haben oft schon weite Transportwege hinter sich, wenn sie z.B. aus dem Sauerland oder gar aus Dänemark kommen. Dies trage zu höheren Schadstoffbelastungen bei und ist schlecht für Klima, Mensch und Umwelt.

Deshalb wirbt der BN bei den Weihnachtsbaumerzeugern, ihre konventionellen Plantagen auf „Bio“ umzustellen. Am besten seien Weihnachtsbäume direkt aus heimischen Wäldern, die im Rahmen der regulären Waldpflege anfallen oder auf Leitungstrassen wachsen, weil dafür keine Plantagen angelegt werden müssen. Oder ökologisch produzierte Bäume mit Öko-Siegel der Öko-Anbauverbände Naturland, Bioland, Demeter und Biokreis. Kunstdünger und Pestizide sind hier tabu. Die meisten deutschen Weihnachtsbäume stammen allerdings aus eigens dafür angelegten Plantagen, auf denen Pestizid- und Herbizid-Einsätze an der Tagesordnung sind.

Bio-Weihnachtsbaum ohne Gift und Kunstdünger

Ende 2017 hat der BUND eine Stichprobe von 17 Weihnachtsbäumen von einem unabhängigen Labor auf Pestizid-Rückstände untersuchen lassen. Dabei wurde das Labor bei 13 der 17 Bäume fündig. Mehr als die Hälfte der getesteten Bäume war mit mindestens zwei Wirkstoffen belastet, ein Baum enthielt sogar Rückstände von vier Pestiziden. Insgesamt wurden bei dem Test neun verschiedene Pestizide gefunden, von denen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden. In einem Baum aus Gemünden am Main wurden zwei Pestizide nachgewiesen, darunter der Wirkstoff Parathion-Ethyl, der unter dem Handelsnamen E 605 verkauft wurde. Der Einsatz dieses Mittels ist illegal und ist bereits seit 15 Jahren in der EU verboten. Die Staatsanwaltschaft Würzburg liess hierzu erst vor kurzem eine Betriebsuntersuchung bei einem Weihnachtsbaumanbauer durchführen. „Wir sind besorgt, da unser 2017er Weihnachtsbaum-Test gezeigt hat, dass in konventionellen Weihnachtsbaumplantagen weit verbreitet Herbizide, Insektizide und Fungizide eingesetzt werden“, so der BUND, „teilweise sogar verbotene Mittel.“ „Weil es dazu aber gute Alternativen gibt, muss die Pestizidanwendung in den Christbaumkulturen eingestellt werden“, fordert Meindorfer.

Problematisch sieht der BN, dass die ca. 50.000 Hektar an Weihnachtsbaumplantagen in Deutschland als landwirtschaftliche Flächen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln nicht mehr zur Verfügung stehen. Für skandalös hält es der BN, dass für Plantagen teilweise sogar Wälder „gerodet“ werden.

Zusätzlich bietet der BN eine Reihe von Rezepten für Plätzchen, Weihnachtsbäckerei, Winter- und Weihnachtsessen aus gesunden Zutaten an. Dabei bieten sich vegetarisch-leckere Rezepte mit regional und saisonal verfügbarem Bio-Gemüse als bekömmliche Alternative zu Fleischgerichten an. Die Vorteile des Bio-Landbaus für Artenschutz, Biodiversität, Boden, Grundwasser, Klima und menschliche Gesundheit kämen dabei den Schenkenden wie auch den Beschenkten gleichermassen zugute. Das gelte auch bei warmen Getränken für kalte Tage, die man am besten in BIO & FAIR-Qualität kaufen. Und vegetarisch-leckere Rezepte mit regional und saisonal verfügbarem Bio-Gemüse bieten sich als bekömmlich Alternative zu den üblichen Fleischgerichten an.

Bio-Weihnachtsbaum aus der Region

An konventionellen Verkaufsständen angebotene Weihnachtsbäume haben oft schon weite Transportwege hinter sich, wenn sie z.B. aus dem Sauerland oder gar aus Dänemark kommen. Dies trägt zu höheren Schadstoffbelastungen bei und ist schlecht für Klima, Mensch und Umwelt. Der BN empfiehlt deshalb einen Weihnachtsbaum aus der Region zu kaufen. Am umweltschonendsten erzeugt sind heimische Nadelbäume aus den hiesigen Wäldern, die u.a. auch im Rahmen der regulären Waldpflege anfallen oder auf Leitungstrassen wachsen. Problematisch sieht der BN, dass die ca. 50.000 Hektar an Weihnachtsbaumplantagen in Deutschland als landwirtschaftliche Flächen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln nicht mehr zur Verfügung stehen. Für skandalös hält es der BN, dass für Plantagen teilweise sogar Wälder „gerodet“ werden. „Wir appellieren an Waldbesitzer und Förster, mehr Weihnachtsbäume aus ihren Wäldern anzubieten. Diese fallen bei der Waldpflege sowieso an. Bisher stammen nur etwa 5 % der Weihnachtsbäume direkt aus dem Wald“, so Straußberger. Immerhin werden von Waldbesitzern, Förstern und auch BN-Gruppen zunehmend Aktionen zum „Weihnachtsbaumfällen“ angeboten. Das Aussuchen und Fällen des eigenen Baumes wird so zum Erlebnis für die ganze Familie.

Zu den Weihnachtsbaum-Testergebnissen des BUND aus 2017:

https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/umweltgif te/umweltgifte_weihnachtsbaumtest_hintergrund.pdf

www.bund.net/weihnachtsbaumtest_hintergrund.pdf

 

Regionale Einkaufstipps für den Christbaumkauf:

  • 93129 Regenstauf-Heilinghausen, Nordmanntannen und Blaufichten, 8./15./16. und 22.12., 14 – 17 Uhr, 21.12. 15.30 – 17 Uhr, Familie Ernst, Zu den drei Bächen 3a, Tel. 09402/781897
  • 93309 Kelheim, Christbäume aus heimischen Wäldern beim Weihnachtsmarkt am Forstbetrieb, am 2.12. ab 14 Uhr, Infos unter www.baysf.de/de/aktionen/weihnachten/

 

Pressemitteilung BUND Naturschutz in Bayern e.V.