Blitzmarathon in Bayern – Herrmann: «Rasen ist kein Kavaliersdelikt»

Seit Mittwochmorgen wird geblitzt: An 2100 möglichen Messstellen im Freistaat kontrolliert die Polizei für 24 Stunden die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Obwohl die Kontrollpunkte vorher vom Innenministerium bekannt gegeben worden waren, wurden Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit gestoppt. «Trotz tagelanger Vorankündigung gibt es offenbar immer noch viel zu viele, die zu schnell unterwegs sind», sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittag beim Besuch einer Messstelle. «Rasen ist kein Kavaliersdelikt, sondern Ursache Nummer Eins für schwere Verkehrsunfälle.»

Herrmann stellte klar, dass es bei derartigen Aktionen nicht ums Abkassieren gehe. «Uns geht es nicht darum, möglichst viele Verwarnungen auszusprechen oder Bußgeldbescheide zu verschicken», sagte Herrmann. «Mit unserem Blitzmarathon wollen wir alle Verkehrsteilnehmer wachrütteln, sich unbedingt an die Tempolimits zu halten.»

Knapp ein Drittel der Verkehrstoten auf Bayerns Straßen geht laut Herrmann auf überhöhtes Tempo zurück. Im vergangenen Jahr starben demnach 147 Menschen bei Geschwindigkeitsunfällen. Das waren trotz des pandemiebedingt geringeren Verkehrsaufkommens mehr Unfalltote als im Vorjahr mit 141.

Kontrolliert wird bis Donnerstagmorgen um 6.00 Uhr. Die Ergebnisse des achten Blitzmarathons in Bayern sollen dann gegen Nachmittag veröffentlicht werden.

dpa

 

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Der Blitzmarathon in Ostbayern
Überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit gehören immer noch zu den Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle. Allein 2020, im Corona-Jahr wohlbemerkt, gab es in der Oberpfalz 790 Unfälle, in denen Autos zu schnell dran waren, oder unangemessen schnell gefahren sind. 20 Menschen haben dabei ihr Leben verloren. Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, hat es heute einen bayernweiten Blitzmarathon gegeben. Wir haben an solch einer Messstation vorbeigeschaut.

 

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