Bistümer wollen Aufarbeitungskommissionen zeitnah einrichten

Die bayerischen Bistümer wollen – mit einer Ausnahme – zeitnah Kommissionen zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche einrichten. «Wir waren uns einig, dass in Bayern alle den Weg gehen wollen – bis auf Regensburg, die ihre eigene Geschichte machen», sagte der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, am Donnerstag als Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz nach der Herbstvollversammlung des Gremiums. «Wir sind da intensiv dran.» Er geht davon aus, dass die Kommission in seinem Bistum die Arbeit zum Jahresbeginn 2021 aufnehmen wird.

Schwierig sei nach wie vor beispielsweise, wie Betroffene angemessen in die Kommissionen einbezogen werden können. Die Bistümer beraten derzeit nach Angaben des Kardinals auch über die Möglichkeit der «überdiözesanen Beteiligung von Betroffenen», also darüber, ob einzelne Betroffene in mehreren Kommissionen sitzen können. Zur Freisinger Bischofskonferenz gehören die sieben bayerischen Diözesen und Erzdiözesen – Bamberg, München und Freising, Augsburg, Eichstätt, Passau, Regensburg, Würzburg – sowie das Bistum Speyer.

Ende April hatte der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sich auf eine «Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland» geeinigt und beschlossen, unabhängige Aufarbeitungskommissionen in allen 27 Bistümern einzusetzen.

dpa