Benefiz-Gala bringt 50.000 Euro für neues Leukämiehilfe-Projekt

Mehr als 1.000 Gäste und 50.000 Euro Spendeneinnahmen sind die erfolgreiche Bilanz der 4. Regensburger Benefiz-Gala zu Gunsten der Leukämiehilfe Ostbayern. Die Thilo Wolf Big Band und Soul-Sänger David A. Tobin sorgten für die musikalische Unterhaltung. Die Schauspieler Marcus Mittermeier und Rainer Hunold versteigerten ein Kunstwerk, das sie am Samstag an Höchstbieter Dr. Johann Vielberth persönlich überbrachten.

„Wir sind überwältigt vom Spendenergebnis und berührt vom Zuspruch so vieler Menschen“, freut sich Professor Dr. Reinhard Andreesen, Vorsitzender der Leukämiehilfe Ostbayern e.V., bei der Begrüßung der Gäste am 11. Oktober 2013 im Audimax der Universität Regensburg. Bereits zum vierten Mal veranstaltete die Leukämiehilfe Ostbayern gemeinsam mit Odeon Concerte in Regensburg ein Benefiz-Galakonzert. Musikalisch gingen die Veranstalter dieses Mal neue Wege: Die Thilo Wolf Big Band und der New Yorker Soul-Sänger David A. Tobin sorgten für schwungvolle Unterhaltung und begeisterten das Publikum.

Neben Swing und Jazz wurde das Thema des Abends – das Schicksal von Leukämiepatienten – immer wieder aufgegriffen: In kurzen Filmen und Interviews berichteten Patienten, wie sehr sich ihr Leben durch die Diagnose einer schweren Bluterkrankung änderte. Eine Physiotherapeutin und Familienmutter mit einer akuten Leukämie musste von einem Tag auf den anderen für viele Wochen ihr Zuhause mit der Isolierstation des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) eintauschen. Sie durchlebte eine Chemotherapie mit schweren Nebenwirkungen. Ihre jüngsten Kinder durften sie wegen der Infektionsgefahr nicht besuchen. Hier half vor allem die von der Leukämiehilfe Ostbayern initiierte psychologische Betreuung, um neben allen körperlichen Beschwerden auch die seelischen Belastungen von Patientin und Angehörigen besser bewältigen zu können.

Eine andere Patientin berichtete über ihren langen und nicht einfachen Therapieweg, bis sie nach zehn Jahren endlich mit einer Stammzelltransplantation ihre schwere Bluterkrankung vollständig überwinden konnte. Mit ihrem Stammzellspender, den sie erst zwei Jahre nach der Transplantation kennen lernen durfte, pflegt sie heute engen persönlichen Kontakt. „Es ist nur ein kleiner Schritt, sich als Stammzellspender typisieren zu lassen, aber ein großer, wenn man damit ein Leben retten kann“, so die Botschaft des Spenders.

Ein Höhepunkt des Abends war die Versteigerung des acht Quadratmeter großen Bildes „Meerestraum“. Die Schauspieler Rainer Hunold und Marcus Mittermeier engagierten sich als Kunstexperten und Auktionatoren. Drei Bieter landeten bei 5.000 Euro – Dr. Johann Vielberth aus Regensburg legte noch 100 Euro drauf und ist nun neuer Besitzer des Kunstwerkes. Der „Meerestraum“ wurde von krebskranken Kindern in der Kunsttherapie der KUNO-Klinik im UKR über viele Monate gemalt. Die Kunsttherapie wird von der Leukämiehilfe seit vielen Jahren finanziert. Rainer Hunold und Marcus Mittermeier ließen es sich nicht nehmen, das Bild am Samstag dem neuen Besitzer Dr. Vielberth im Donaueinkaufszentrum persönlich zu übergeben. „Möge der Lebenswille der Kinder hier stets eine Botschaft für das Leben und für das Engagement zu Gunsten Schwächerer sein“, so Rainer Hunold, der sich selbst seit vielen Jahren aktiv für die SOS-Kinderdörfer einsetzt.

Mit den Spendeneinnahmen des Abends wird ein bundesweit einzigartiges Pilotprojekt finanziert: Am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) soll erstmals die ambulante Stammzelltransplantation umgesetzt werden. Das Projekt ermöglicht es Krebspatienten, nach einer Stammzelltransplantation früher als bisher das Krankenhaus verlassen zu können. „Wir haben Erkenntnisse, dass die vertraute Umgebung und die möglicherweise niedrigere Infektionsgefahr zu Hause positiv auf die Genesung wirken. Ein mobiles Team aus Ärzten und Pflegekräften des Uniklinikums Regensburg stellt dabei die professionelle medizinische Versorgung der Patienten sicher“, erläutert Professor Dr. Ernst Holler, Leiter des Stammzelltransplantationsprogrammes Regensburg.

 PM