Bayern: SPD will mehr Berufsorientierung an Gymnasien

Zur Senkung der Abbrecherquote an den Hochschulen fordert die SPD einen stärkeren Fokus auf die Berufsorientierung an den bayerischen Gymnasien. «Es muss nicht jeder Abiturient auch studieren, denn die Abbrecherquote an den Hochschulen liegt bei 30 Prozent. Wenn es uns gelingt, diese jungen Menschen rechtzeitig für einen Ausbildungsberuf zu begeistern, ist allen geholfen», heißt es in einem Antrag der Landtagsfraktion, der an diesem Donnerstag im Kultusausschuss diskutiert werden soll.

Bereits am Dienstag (10.00 Uhr) will der SPD-Bildungsexperte Martin Güll bei einer Pressekonferenz im Landtag die zentralen Forderungen der SPD für die Neugestaltung der Gymnasien vorstellen. Eine Neugestaltung ist notwendig, weil im Sommer die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren beschlossen wurde – dies muss aber noch vom Landtag abgesegnet werden.

Eine Forderung der SPD ist, in der Mittel- und Oberstufe des Gymnasiums Berufsvorbereitungsmodule fest zu verankern. «In den Gymnasiasten liegt ein enormes Potenzial für die Nachfrage der heimischen Industrie und Gewerbebetriebe nach Auszubildenden», heißt es im Antrag.

Im vergangenen Jahr haben nach Auskunft des Staatsministeriums 40 000 junge Menschen in Bayern die Allgemeine Hochschulreife erworben. «Wenn man nur ein Viertel davon für eine Berufsausbildung gewinnen könnte, würde der Fachkräftemangel spürbar kleiner», findet die SPD.

dpa/MF