Bayern: Getreideernte trotzt dem Wetter – geringfügig über Durchschnitt

Trotz des unbeständigen Wetters während der Erntephase wird es in Bayern in diesem Jahr eine geringfügig über dem Durchschnitt liegende Getreideernte (ohne Körnermais) von rund sieben Millionen Tonnen geben. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, wird damit zwar die bisher dritthöchste Ernte des Vorjahres um knapp vier Prozent unterschritten, die durchschnittliche Erntemenge der vorangegangenen sechs Jahre wird jedoch um gut zwei Prozent übertroffen. Als Durchschnittsertrag werden fast 70 Dezitonnen je Hektar erwartet. Dies ist zwar etwas weniger als im Vorjahr, gegenüber dem langjährigen Durchschnitt jedoch ein Plus von sechs Prozent. Da sich die Getreideernte aufgrund der Witterungsbedingungen verzögert hat, ist diese Hochrechnung noch mit einer größeren Unsicherheit behaftet.

Die von den bayerischen Landwirten bewirtschaftete Getreidefläche (ohne Körnermais) verringerte sich nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung 2016 gegenüber dem Vorjahr um 3,0 Prozent bzw. 31 100 Hektar (ha) auf rund 1,01 Millionen ha.

Die Flächenminderung verteilte sich etwa je zur Hälfte auf Winter- und Sommergetreide. So wurde der Anbau des ertragreicheren Wintergetreides binnen Jahresfrist um 15 700 ha bzw. 1,8 Prozent auf 879 500 ha verringert, wobei sich das Minus auf alle Winterkulturen erstreckte.

Bei der wichtigsten Getreideart, dem Winterweizen, sank die Anbaufläche um 6 500 ha (-1,2 Prozent) auf 531 500 ha. Ähnlich hoch war die Flächenreduzierung mit 6 100 ha (-2,5 Prozent) auf knapp 240 000 ha bei der Wintergerste. Die Aussaat von Triticale wurde um 2 000 ha (-2,7 Prozent) auf 73 800 ha und von Roggen (einschl. Wintermenggetreide) um 1 000 ha (-2,9 Prozent) auf 34 400 ha verringert.

Die Anbaufläche des Sommergetreides wurde um 15 400 ha bzw. 10,8 Prozent auf 126 500 ha verkleinert. Ursächlich hierfür war insbesondere der deutliche Rückgang der überwiegend als Braugerste verwendeten Sommergerste, deren Fläche gegenüber 2015 um 11 700 ha (-11,2 Prozent) auf den neuen Tiefststand von 92 600 ha sank. Auch Hafer erreichte mit 22 000 ha ein neues Anbautief, binnen Jahresfrist ein Minus von 1 800 ha (-7,6 Prozent).

Die Aussaat des Wintergetreides im Herbst 2015 konnte rechtzeitig erfolgen. Dem milden Winter ohne nennenswerte Auswinterungsschäden schloss sich zwar ein niederschlagsreiches kühles Frühjahr an, die Aussaat des Sommergetreides konnte jedoch in den trockenen wärmeren Phasen der ersten Aprilhälfte zügig durchgeführt werden.

Während im Juni im Süden Bayerns häufig Tiefdruckgebiete durchzogen, in deren Folge regionale Unwetter mit Starkregen, Hagel und Überschwemmungen auftraten, war es in Nordbayern gebietsweise zu trocken. Das wechselhafte Wetter mit Regen und schwülen Sonnentagen setzte sich im Juli bis in den August hinein fort, sodass die Erntearbeiten häufig unterbrochen und damit merklich beeinträchtigt wurden. Das feuchtwarme Wetter begünstigte zudem den Pilzbefall.

Aufgrund des unbeständigen Wetters stand mit Ausnahme der Wintergerste bis zuletzt noch ein beachtlicher Teil des Getreides auf den Feldern. Daher ist die diesjährige Hochrechnung noch mit einer größeren Unsicherheit behaftet.

Nach den vom Bayerischen Landesamt für Statistik bisher ausgewerteten Ertragsmessungen im Rahmen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ in Verbindung mit den Ertragsschätzungen der amtlichen Berichterstatter wird in Bayern beim Getreide (ohne Körnermais) mit einem Durchschnittsertrag von 69,9 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) gerechnet.

Dies ist etwas weniger als im Vorjahr (70,5 dt/ha), im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2015 (66,0 dt/ha) aber ein Plus von sechs Prozent. Fast alle Getreidearten wiesen einen zum Teil deutlich über dem Durchschnitt liegenden Hektarertrag auf. Bei den beiden flächenstärksten Kulturen wurde das mehrjährige Mittel um knapp drei Prozent (Winterweizen) bzw. rund 13 Prozent (Wintergerste) übertroffen.

Aufgrund der guten Hektarerträge bei nahezu allen Getreidearten kann in diesem Jahr trotz der reduzierten Anbaufläche mit einer geringfügig über dem Durchschnitt liegenden Erntemenge (ohne Körnermais) von sieben Millionen Tonnen gerechnet werden.

Gegenüber der bisher dritthöchsten Ernte im Vorjahr (7,31 Millionen Tonnen) bedeutet dies zwar einen Rückgang um knapp vier Prozent, der Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre (6,87 Millionen Tonnen) wird jedoch um gut zwei Prozent übertroffen.

Pressemitteilung Landesamt für Statistik/MF