Bayern: Gesundheitsministerin ruft zu Verzicht auf Rauchen im Auto auf

Zehn Jahre nach der Einführung des strikten Rauchverbots in Bayern setzt sich Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) für noch mehr Schutz für Kinder vor gefährlichem Qualm ein. «Es ist sehr wichtig, dass in Anwesenheit von Kindern und Jugendlichen in Autos nicht geraucht wird. Das wäre für sie das schönste Weihnachtsgeschenk», sagte die Ministerin der Deutschen Presse-Agentur. Die Einführung eines entsprechenden Verbots liege aber im Kompetenzbereich des Bundes. 

«Mir geht es nicht darum, nikotinsüchtige Eltern zu kriminalisieren», sagte Huml weiter. «Sinnvoll wäre aber der Denkanstoß für bislang uneinsichtige Raucher, der mit so einer Verbotsdebatte einhergeht.» Nicht nur auf Kinder, sondern auch auf erwachsene Mitfahrer, die nicht rauchen, sollte Rücksicht genommen werden.

Huml lehnte zugleich ein gesetzliches Rauchverbot für den privaten Wohnbereich ab. «Die Entscheidung, in seinen vier Wänden zu rauchen, fällt in das Zentrum der privaten Lebensführung, das durch unsere Verfassung besonders geschützt ist.»

Vor zehn Jahren hatte Bayern ein striktes Rauchverbot erlassen. Nach einer zeitweisen Lockerung gelten nach einem Volksentscheid 2010 die bundesweit schärfsten Regeln. «Dieses Gesetz hat bundesweit Maßstäbe gesetzt», sagte Huml. Zudem nehme die Raucherrate in Bayern seit Jahren ab – bei Jugendlichen deutlicher als bei Erwachsenen. Bayern hatte laut Huml 2013 bei den Erwachsenen mit 22,1 Prozent gemeinsam mit Baden-Württemberg (22,2 Prozent) die niedrigste Raucherrate aller Bundesländer. Das ergebe sich aus einem Gesundheitsreport des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit; auch andere Studien belegten den Trend.

dpa/MF