Bayern-Ei: Anklage nach Salmonellen-Skandal

Nach dem Salmonellen-Skandal bei Bayern-Ei hat die Staatsanwaltschaft Regensburg Anklage gegen den Ex-Chef der Firma erhoben - wegen Körperverletzung mit Todesfolge und weiteren Anklagepunkten, berichteten die «Süddeutsche Zeitung» (Dienstag) und das BR-Politikmagazin Kontrovers nach einer gemeinsamen Recherche.

 

Die Hintergründe

Mittlerweile hat auch die Regensburger Staatsanwaltschaft eine Erklärung zu den Vorwürfen veröffentlicht. Bereits am 22.12.2016 wurde die Anklage erhoben, es geht um

  • Körperverletzung mit Todesfolge
  • gefährliche Körperverletzung
  • vorsätzliches Inverkehrbringen gesundheitsschädlicher Lebensmittel
  • gewerbsmäßigen Betrug
  • unerlaubtes Betreiben einer Anlage
  • Tierquälerei

Der ehemalige Geschäftsführer und Eigentümer des niederbayerischen Großbetriebes mit Sitz in Aiterhofen (Landkreis Straubing-Bogen) soll im Jahr 2014 über Monate hinweg die Auslieferung von Eiern veranlasst haben, obwohl mehrfach Salmonellen-Verunreinigungen nachgewiesen worden waren. Laut Anklage habe der Ex-Chef bereits seit Dezember 2013 gewusst, dass zwei Legehennenbetriebe mit Salmonellen verunreinigt waren. Es handelte sich um die Betriebe der Firma Bayern-Ei in Aiterhofen und Wallersdorf Hühnereier.

In der Folge sollen sich in mehreren europäischen Ländern zahlreiche Personen mit den Bakterien infiziert haben, in mindestens einem Fall mit tödlichem Verlauf. Der 45-Jährige war zunächst festgenommen worden, befindet sich derzeit aber gegen Kaution auf freiem Fuß. Nach einem monatelangen Verkaufsverbot produziert das Unternehmen auch wieder Eier.

Die bayerischen Behörden waren damals hart in die Kritik geraten: Sie sollen schon früh von Salmonellenbefall gewusst, die Bevölkerung jedoch nicht gewarnt haben. Als Konsequenz wird derzeit die Lebensmittelüberwachung im Freistaat reformiert. Allerdings sorgt die Sonderbehörde für Lebensmittelsicherheit, die Anfang 2018 starten soll, ebenfalls für heftige Kritik.

dpa/MF