Bayern: CSU, Freie Wähler und AfD sind gegen Schutz des Wolfes

Trotz der geringen Zahl an nachgewiesenen Wolfsrissen in Bayern hat sich der Landtag heute (27.02.) mit diesem Thema beschäftigt. Unter ihnen: Vertreter verschiedener Verbände, wie der Alpwirtschaftliche Verein, die Schafhalter und der Fleischrinderverband. Auch Experten des Agrar- und des Umweltministeriums sind zur Betroffenheit der Bauern durch den Wolf befragt worden. Die Entscheidung ist gefallen:

CSU, Freie Wähler und AfD haben sich gegen den Schutz des Wolfes ausgesprochen. «Einen Lebensraum für große Beutegreifer gibt es hier nicht mehr», sagte Klaus Steiner (CSU) am Mittwoch im Agrarausschuss des bayerischen Landtags. Wer von einem Zusammenleben von Wölfen und Tierhaltern ausgehe, lebe in einer Lebenslüge. Eine Koexistenz von Wölfen und Weidetierhaltern sei nicht möglich, sagte auch Nikolaus Kraus (Freie Wähler). «Der Wolf gehört bejagt», sagte Ralf Stadler (AfD). Dagegen warben SPD und Grüne für die Suche nach einer Koexistenz von Bauern und Wölfen.

Der Agrarausschuss diskutierte am Mittwoch mit verschiedenen Verbänden – darunter der Alpwirtschaftliche Verein, die Schafhalter und der Fleischrinderverband – über die Betroffenheit der bayerischen Bauern durch die Rückkehr des Wolfes. Der sogenannte bayerische Wolf-Aktionsplan sieht vor, dass verhaltensauffällige Wölfe auch abgeschossen werden dürfen – als letztes Mittel. Zunächst muss aber geprüft werden, ob Zäune oder Schutzhunde Wirkung zeigen. Aus Sicht der Tierhalter reicht dies aber nicht aus.

Seit 2006 werden in Bayern immer wieder einzelne Wölfe nachgewiesen – in der Regel sind es durchziehende Jungtiere. Standorttreue Wolfspaare gibt es im oberfränkischen Landkreis Bayreuth, auf dem oberpfälzischen Truppenübungsplatz Grafenwöhr im Landkreis Neustadt an der Waldnaab sowie im Nationalpark Bayerischer Wald. Im vergangenen Jahr haben Wölfe im Freistaat fünf Schafe und drei Kälber gerissen. 2017 wurden vier Lämmer von einem Wolf getötet, 2016 gab es ein totes und ein verletztes Schaf.

 

Pressemitteilung dpa