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Bayern: Abschlussklassen seit heute wieder im Wechselunterricht

Dank sinkender Corona-Neuinfektionen dürfen die ersten Schüler in Bayern an diesem Montag wieder in der Schule lernen. Fast sieben Wochen waren sie nun zu Hause - Treffen nur noch im digitalen Klassenzimmer, Übungen in Lernplattformen, der Lehrer auf Distanz. Nun heißt es zumindest in Abschlussklassen wieder: Maske auf und Abstand halten, soweit es geht.

Seit dem 16. Dezember vergangenen Jahres waren Bayerns Schulhäuser coronabedingt geschlossen, nur Notbetreuung möglich. Jetzt dürfen zunächst die Abschlussklassen an Gymnasien sowie Fachoberschulen (FOS) und Berufsoberschulen (BOS) in den Wechselunterricht - also mal Lernen zu Hause, dann wieder mit verminderter Schülerzahl im Klassenraum.

«Schriftliche Leistungsnachweise können auch in voller Klassen- bzw. Kursstärke durchgeführt werden, wenn im Prüfungsraum durchgängig ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann», teilte das Kultusministerium mit.

Auch für Mädchen und Jungen anderer Schulformen, die vor der Abitur- beziehungsweise Fachabiturprüfung stehen - etwa an den Abendgymnasien - soll vom 1. Februar an Wechselunterricht stattfinden. Dazu zählen auch diejenigen in den beruflichen Schulen, bei denen noch vor Ostern die Abschluss- oder Kammerprüfungen geplant sind. Insgesamt betrifft es aber nur rund 2,3 Prozent der 1,65 Millionen Schüler im Land.

Zur Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfungen kehren auch Auszubildende in Handwerksberufen in den Präsenzunterricht zurück.

Weil die Prüfungen der Abschlussklassen bei den Mittelschulen, Realschulen und Wirtschaftsschulen später beginnen als beispielsweise die der Gymnasien, dürfen deren Schüler noch nicht zurück in die Klassenzimmer.

Die Lehrergewerkschaft GEW kann die Entscheidungen nicht verstehen. «Eigentlich hatte die Kultusministerkonferenz vorgesehen, gemäß Stufenplan vor allem die Jüngsten als erstes wieder in den Präsenzunterricht zu bringen - was ja Sinn machen würde», sagte der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Florian Kohl. Digitale Lernangebote seien gerade für die Jüngsten viel schwerer umzusetzen.

Auch von der FDP kommt Kritik. «Gerade an den beruflichen Schulen droht ein Raumproblem aufgrund des hohen Anteils an Abschlussklassen», sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, Matthias Fischbach.

Wegen mehrerer Verdachtsfälle einer Corona-Mutation müssen die Abschlussklassen in Stadt und Landkreis Hof anders als im Rest Bayerns weiter im Distanzunterricht lernen. Auch im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, in Stadt und Landkreis Bayreuth und in der Stadt Weiden und im Landkreis Neustadt an der Waldnaab sollen die Absolventen zunächst länger daheim bleiben.

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) möchte allerdings erst nach dem 14. Februar wieder die Schulen für weitere Klassenstufen öffnen. Vor dieser Entscheidung soll es allerdings einen Bildungsgipfel mit allen Beteiligten geben. Der blickt dann natürlich auch auf das Infektionsgeschehen.

 

Freie Wähler fordern zusätzliche freie Tage für abgesagte Faschingsferien

 

Als Ersatz für die coronabedingt abgesagten Faschingsferien haben die Freien Wähler im Landtag zusätzliche freie Tage vorgeschlagen. So könnte beispielsweise der 14. Mai, der Freitag nach Christi Himmelfahrt, heuer als Ferientag deklariert werden, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Eva Gottstein, am Sonntag. «Außerdem sollten wir unserer engagierten Lehrerschaft den Buß- und Bettag als zusätzlichen freien Tag anbieten, denn das haben sich die Kolleginnen und Kollegen mehr als verdient.»

Der Buß- und Bettag ist am 17. November. Bayernweit haben an diesem Tag die Schulen geschlossen, die Lehrer haben aber nicht dienstfrei. An vielen Schulen wird der Tag für einen sogenannten pädagogischen Tag genutzt. Lehrer protestantischen Glaubens haben aber die Möglichkeit, von derartigen Veranstaltungen fernzubleiben, um zum Gottesdienst zu gehen.

Die bisher ersatzlose Streichung der Ferienwoche (15. bis 19. Februar) hatte der schwarz-orangen Landesregierung Kritik eingebracht. So hatte die Landtags-SPD verlangt, die kurzfristige Absage zurückzunehmen. Die Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Lehrerverbände plädierte für eine Verschiebung.

Die Landesregierung hatte ihre Entscheidung damit begründet, in der Zeit könne Unterricht nachgeholt werden, der wegen der Pandemie ausgefallen sei.

Eine Petition der Lehrergewerkschaft GEW gegen die Streichung der Faschingsferien war gescheitert.

 

dpa

 

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