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Bayerische Regionalzüge ähnlich pünktlich wie im Vorjahr

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag des Freistaats den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, hat für das Berichtsjahr 2018 die Pünktlichkeitsstatistik vorgelegt. Bayernweit lag die Pünktlichkeitsquote der Regionalzüge und S-Bahnen bei 92,7 Prozent. Damit wurde der Wert von 92,8 Prozent aus dem Jahr 2017 nur sehr knapp verfehlt. Als pünktlich gewertet werden alle Züge, die weniger als sechs Minuten Verspätung haben.

„Die Pünktlichkeit ist eines der Hauptkriterien für die Fahrgäste, wenn es darum geht, wie zufrieden sie mit dem Verkehrsangebot sind“, sagt BEG-Geschäftsführer Thomas Prechtl. „Im Großen und Ganzen wurden im bayerischen Regional- und S-Bahn-Verkehr auch im letzten Jahr stabile Verkehrsleistungen erbracht. Damit geben wir uns aber keineswegs zufrieden. Die BEG dreht gemeinsam mit den von ihr beauftragten Verkehrsunternehmen bereits an vielen Stellschrauben, um die größtmögliche Pünktlichkeit im bayerischen Regional- und S-Bahn-Verkehr sicherzustellen. Allerdings wird immer deutlicher, dass die Infrastruktur der maßgebliche limitierende Faktor ist. Deshalb hat die BEG den Infrastrukturbetreiber DB Netz bereits mehrfach aufgefordert, im Sinne einer hohen Betriebsstabilität die Leistungsfähigkeit der Schieneninfrastruktur zu verbessern.“   

Vielfältige Verspätungsursachen, weniger Zugausfälle

Grundsätzlich liegt die Betriebsführung – und somit auch die Pünktlichkeit – zwar im Verantwortungsbereich der jeweiligen Verkehrsunternehmen. Die Pünktlichkeit wird jedoch auch von externen Faktoren beeinflusst. Bayernweit haben sich, wie in den Vorjahren, vor allem Infrastrukturstörungen und ein nach wie vor hohes Bauvolumen auf die Zuverlässigkeit der Regional- und S-Bahnen ausgewirkt. Zusätzlich lösten auch die zum Teil erheblich verspäteten Fernverkehrszüge maßgebliche Zugfolge-verspätungen im bayerischen Schienenpersonennahverkehr aus.

Die Pünktlichkeitswerte der einzelnen Netze lassen sich nur bedingt miteinander vergleichen. So werden beispielsweise bei der Bayerischen Zugspitzbahn (Pünktlichkeitsquote 2018: 98,5 Prozent), beim Kissinger Stern (96,8 Prozent) und bei der Berchtesgadener Land Bahn (95,6 Prozent) traditionell sehr gute Quoten erzielt. Die Netze weisen keinen oder nur wenig Mischverkehr auf, waren im Berichtsjahr kaum von Bauarbeiten betroffen und schneiden demnach auch bei der Pünktlichkeit sehr gut ab.

Netze, in denen eine hohe Dichte an parallel verkehrenden Fern-, Regional- und Güterzügen herrscht, verzeichnen dagegen schlechtere Pünktlichkeitswerte. Dazu zählen auch die drei Schlusslichter in der bayerischen Pünktlichkeitsstatistik 2018: Die Netze Alex Nord (Pünktlichkeitsquote 2018: 75,8 Prozent), Main-Spessart-Express (83,2 Prozent) und Alex Süd (87,5 Prozent). Im Berichtsjahr kamen bei diesen drei Netzen  zahlreiche Baustellen hinzu, aber auch Probleme wie Fahrzeugstörungen, die in der direkten Verantwortung der Eisenbahnverkehrsunternehmen liegen. Insbesondere beim Netz Alex Süd verschärfte akuter Personalmangel die Situation zusätzlich.

Die Zugausfallquote hat sich, bayernweit betrachtet, leicht verbessert. Bei einem bestellten Gesamtvolumen von 124,6 Millionen Zugkilometern sind 2018 1,8 Prozent der bestellten Leistungen ausgefallen. Im Vorjahr 2017 lag die Ausfallquote noch bei 1,9 Prozent.

Die von der BEG beauftragten Verkehrsunternehmen sind verpflichtet, ausgefallene Verkehrsleistungen durch einen adäquaten Schienenersatzverkehr beziehungsweise Busnotverkehr zu ersetzen, sofern das reguläre Verkehrsangebot nicht innerhalb eines definierten Zeitraums wieder aufgenommen werden kann. Für ausgefallene Zugkilometer zahlt die BEG den Verkehrsunternehmen kein Bestellerentgelt, für Schienenersatzverkehre erhalten die Unternehmen lediglich einen stark reduzierten finanziellen Ausgleich.

Pünktlichkeitsmesssystem als Grundlage

Die Pünktlichkeit der Züge wird an 119 Messstellen an bayerischen Knotenbahnhöfen erfasst, davon befinden sich 100 Messstellen im Regionalverkehr und 19 in den beiden S-Bahn-Systemen München und Nürnberg. Damit kann die BEG feststellen, wie pünktlich die Züge im bayerischen Regional- und S-Bahn-Verkehr sind. Als pünktlich gewertet werden Züge, die weniger als sechs Minuten Verspätung haben. So wird beispielsweise berücksichtigt, dass Verspätungen teilweise externe Ursachen haben, auf die die Verkehrsunternehmen keinen Einfluss haben. Die BEG bittet unpünktliche Eisenbahnverkehrsunternehmen zur Kasse: Erreichen sie die von der BEG vertraglich vorgeschriebene Mindestpünktlichkeit nicht, fallen Strafzahlungen an – sogenannte Pönalen.

Die BEG ergreift darüber hinaus kontinuierlich weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit. So geht sie in regelmäßigen Gesprächen mit den Verkehrs-unternehmen den Verspätungsursachen auf den Grund, überprüft die Wirksamkeit von getroffenen Gegenmaßnahmen und fordert bei Bedarf weitere Verbesserungen ein. Die BEG beteiligt sich zudem aus einbehaltenen Pünktlichkeitspönalen auch finanziell an geeigneten Projekten zur Steigerung der Pünktlichkeit. So finanziert sie beispielsweise bei mehreren Eisenbahnverkehrsunternehmen den Einsatz von Pünktlichkeitsmanagern oder Baustellenkoordinatoren mit.

 

Pressemitteilung BEG