Bayerische Bauern fürchten um ihre Ernte

Dauerregen gefährdet die Ernte in Bayern. «Das war ein grottenschlechter Mai», sagte Hermann Greif, Vorsitzender des Pflanzenbau-Ausschusses beim Bayerischen Bauernverband (BBV), der Nachrichtenagentur dpa. Landwirte könnten ihre Wiesen nicht mähen und somit kein Futter für Rinder einholen. Kartoffeln drohten im nassen Boden zu verfaulen und der Mais wachse nicht mehr. «Die Pflanzen brauchen jetzt dringend Sonne.» 

Der Mai sei eigentlich der Wachstumsmonat, erklärte Greif. Stattdessen herrsche jedoch Stillstand auf den Äckern. «Der Mais ist eine wärmeliebende Pflanze – der steht wie angenagelt.» Kartoffeln seien in einigen Regionen noch gar nicht angebaut worden; und wenn, dann drohten sie jetzt in der nassen Erde zu verfaulen. «Kartoffeln lieben die Wärme.» Selbst für Getreide, das es Greif zufolge durchaus gerne kühl und feucht habe, sei das Wetter «des Guten zu viel». Jetzt bedrohten Pilzkrankheiten das Getreide. 

Die nassen, aufgeweichten Felder und Wiesen seien nicht befahrbar. Pflanzenschutz sei ebenso unmöglich wie das Mähen von Gras. Fäulnis mache sich breit und die Qualität des Futters leide. In rinderhaltenden Betrieben würden langsam die Silos leer, sagte Greil. Folglich müssten die Bauern Kraftfutter für ihr Vieh kaufen. «Das ist ein gewaltiger Kostenfaktor.» In Oberbayern hätten viele Landwirte ihre Kühe noch nicht auf die Weiden gebracht, weil mancherorts in höheren Lagen sogar noch Schnee liege. 

Spargelbauern hätten bis zu 60 Prozent Ernteausfall, Erdbeerbauern gehe es nicht besser. «Es gibt ja kaum eine Erdbeere auf den Feldern.» Die Natur sei vom Wachstum her etwa eineinhalb Wochen zurück. Wichtig wären jetzt ein paar Sonnentage mit milden Temperaturen. Dann könnten Wiesen und Felder soweit abtrocknen, dass sie wieder bearbeitet werden können. Schlimm wäre es jedoch, wenn auf die enorme Feuchtigkeit nun eine enorme Trockenheit folge. «Die Nerven der Bauern sind zurzeit extrem angespannt.» 

 

dpa/mg