Autobauer betritt Neuland: BMW stellt täglich 200 000 Masken her

BMW hat am Freitag mit der industriellen Herstellung von Schutzmasken für seine Mitarbeiter in aller Welt begonnen. Im bayrischen Wackersdorf würden täglich 200 000 Masken hergestellt, teilte der Autokonzern mit.

An zwei Produktionslinien arbeiteten bis zu 15 Mitarbeiter in drei Schichten. Die Spezialmaschinen und das Vlies kämen von bayerischen Unternehmen in Amberg und Schwarzenbach an der Saale. «Die Anlagen in Wackersdorf verschweißen drei Lagen Vlies und bringen den Nasenbügel sowie die Ohrenbänder an. Die Masken werden von dort dann zur weiteren Verwendung an die internationalen BMW Group Standorte verteilt», teilte BMW mit. «Gleichzeitig entlasten wir den externen Beschaffungsmarkt für Masken», sagte Einkaufsmanager Ralf Hattler.

dpa

 

Wackersdorf: BMW produziert Masken
Deutsche Politiker und Gesundheitsexperten diskutieren ja schon länger drüber, ob wir uns zum Beispiel bei der Herstellung von Mundschutz-Masken zu abhängig gemacht haben von ausländischen Lieferanten. BMW fährt die Produktion in seinen Werken teilweise schon wieder hoch und will seine Mitarbeiter schützen. Zusammen mit einem Unternehmen aus Amberg hat der Autokonzern heute gezeigt, wie Maskenproduktion made in Germany aussehen kann.

 

Die Mitteilung der BMW-Group

Die BMW Group hat heute in Wackersdorf zwei vollautomatische Produktionslinien für die Herstellung von Mund-Nasen-Schutz in Betrieb genommen. Die tägliche Fertigungskapazität liegt bei rund 100.000 Masken je Produktionslinie. An den Anlagen werden bis zu 15 Mitarbeiter in drei Schichten arbeiten. „Die BMW Group setzt ihre Kompetenzen im Kampf gegen das Coronavirus gezielt ein und schützt die Gesundheit ihrer Mitarbeiter in Produktion, Vertrieb, Handel sowie weiteren Unternehmensbereichen. Gleichzeitig entlasten wir den externen Beschaffungsmarkt für Masken“, sagt Ralf Hattler, Bereichsleiter für Einkauf Indirekte Güter und Leistungen, Rohstoffe, Produktionspartner bei der BMW AG. Da die Versorgung des medizinischen Bereiches Vorrang hat, ist der Markt für frei verkäufliche Masken weltweit derzeit begrenzt.

 

„Mit unserem kombinierten Ansatz aus externem Zukauf und einer Eigenproduktion von Masken können wir unseren internen Bedarf decken und vermeiden Engpässe. Innerhalb weniger Wochen haben wir die komplette Prozesskette für die Eigenproduktion aufgebaut – von der Beschaffung des Vormaterials, der Planung und Inbetriebnahme der Anlagen bis zur Distribution der Masken“, erläutert Daniel Schäfer, Bereichsleiter für Produktionsintegration und Pilotwerk bei der BMW Group. „Gleichzeitig konnten unsere hervorragend qualifizierten Mitarbeiter in Bedienung und Wartung der neuen Maschinen eingeführt werden. Auch hier zeigt sich wieder die Flexibilität der BMW Group.“

 

Die Spezialmaschinen zur Produktion der Mund-Nasen-Masken wurden von der PIA Automation Holding GmbH aus Amberg geliefert. Das benötigte Rohmaterial (Vlies) wird – mit der in Schwarzenbach an der Saale ansässigen Sandler AG – ebenfalls durch ein bayrisches Unternehmen bereit gestellt. Die Anlagen in Wackersdorf verschweißen drei Lagen Vlies und bringen den Nasenbügel sowie die Ohrenbänder an. Die Masken werden von dort dann zur weiteren Verwendung an die internationalen BMW Group Standorte verteilt.

 

„Die Entscheidung einer Eigenproduktion von Masken haben wir zeitgerecht getroffen und die erforderlichen Anlagen inklusive Produktionsmaterial – auch in diesen Zeiten – sehr kurzfristig beschafft", sagt Einkaufs-Bereichsleiter Ralf Hattler. „Zudem nutzen wir unsere weltweite Einkaufsorganisation, um neben Masken auch weiteres medizinisches Material wie zum Beispiel Desinfektionsmittel einzukaufen.“ Gemeinsam mit ihrem globalen Lieferantennetzwerk stellt die BMW Group diese Expertise auch Behörden zur Verfügung, um bei der Beschaffung medizinischer Güter zu unterstützen. „Dafür haben wir im Einkauf ein Soforthilfeteam etabliert, das die offiziellen Stellen bei der Beschaffung von medizinischen Artikeln unterstützt“, so Hattler weiter.

 

„Wir brauchen Beidhändigkeit, also Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter und Kunden im Einklang mit dem erforderlichen Geschäftsbetrieb“, ergänzt Dr. Herbert Grebenc, der seit Beginn der Pandemie das BMW Group Kompetenz-Team Corona leitet. Das Unternehmen hat zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit seiner Mitarbeiter zu gewährleisten. Diese werden regelmäßig überprüft und – in engem Austausch mit Experten des hauseigenen Gesundheitsdiensts sowie relevanter externer Behörden – bei Bedarf angepasst. Die Sicherheitsmaßnahmen folgen in Deutschland unter anderem den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI).

„Das Spektrum unserer Schutzmaßnahmen reicht von der Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregelungen über den gezielten Einsatz von Masken bis hin zur Umorganisation von Arbeitsinhalten und Schichtplänen in bestimmten Bereichen. Allein um die Abstandsregelungen einzuhalten, haben wir eine Vielzahl von Maßnahmen eingeführt“, sagt Grebenc. So wird etwa in den Werksbussen die Sitzordnung inklusive der Reihenfolge für den Ein- und Ausstieg vorgegeben. Darüber hinaus werden die Werksmitarbeiter gebeten, bereits in Arbeitskleidung zur Arbeit zu kommen, um die Umkleiden zu entlasten. Ein weiteres Beispiel: An schmalen Wegen werden für die Mitarbeiter „Fußgänger-Einbahnstraßenregelungen“ eingeführt, vor allem beim Schichtwechsel in den Fertigungsstandorten. Zudem werden Pausenflächen –  wo nötig – erweitert.

Mitteilung BMW Group