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Arbeitsmarkt: Oberpfalz weiterhin Spitze in Bayern

Der Arbeitsmarkt in der Oberpfalz entwickelt sich weiterhin sehr gut. Auch im Jahr 2016 steht die Oberpfalz zusammen mit Schwaben mit einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent (Jahresdurchschnitt) an der Spitze von Bayern. Damit behauptet sich die Oberpfalz bereits seit dem Jahr 2015 an erster Position. Beim Jahresgespräch des Regierungspräsidenten Axel Bartelt mit Vertretern der Bundesagentur für Arbeit bescheinigte Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, der Oberpfalz eine „hervorragende Entwicklung“ am Arbeitsmarkt in den letzten Jahren.

Der Regierungspräsident hatte Holtzwart und die Leiter der Agenturbezirke, Gabriele Anderlik (Regensburg), Joachim Ossmann (Schwandorf) und Thomas Würdinger (Weiden) eingeladen, um sich über die Entwicklung am Arbeitsmarkt in der Oberpfalz auszutauschen. Regierungspräsident Axel Bartelt bedankte sich bei den Vertretern der Agentur für Arbeit: „Sie haben durch immer neue Ideen und Programme mit dazu beigetragen, dass sich die Situation in der Oberpfalz so gut entwickeln konnte.“

In der Oberpfalz waren im Jahr 2016 durchschnittlich 19.851 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Jahr 2015 konnte diese Zahl sogar nochmals um 659 Personen reduziert werden. Am geringsten fiel die Arbeitslosigkeit mit je 2,0 Prozent in den Landkreisen Regensburg und Neumarkt aus. Die Stadt Amberg (5,9 Prozent) und die Stadt Weiden (6,6 Prozent) verzeichneten die höchste Arbeitslosenquote in der Oberpfalz.

Bayern befindet sich in einem ungebrochenen Aufwärtstrend, berichtete Holtzwart: So konnte die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr um 5.904 auf insgesamt 250.623 Personen im Jahr 2016 in Bayern reduziert werden. Insgesamt lag die Arbeitslosenquote in Bayern 2016 im Durchschnitt bei 3,5 Prozent.

Auch bei der Beschäftigung zeigt sich ein ungebrochener Aufwärtstrend: Am 30.06.2016 – dieser Stichtag stellt den letzten mit endgültigen Werten vorliegenden Stichtag dar und wird gewöhnlich als „Jahreswert“ herangezogen – waren 5.308.747 Personen in Bayern sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dies stellt einen neuen Höchststand in einem Juni für die Region dar. Der Vorjahreswert wurde um 123.829 Beschäftigte bzw. 2,4 Prozent überschritten. Auch in der Oberpfalz waren zum Stichtag 2016 12.345 Personen mehr beschäftigt als noch 2015.

Zuwächse verzeichneten vor allem das Gesundheits- und Sozialwesen, aber auch die Branche Immobilien sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Auch die saisonalen Schwankungen werden im Vergleich zu den Vorjahren immer geringer, so Holtzwart. Diese positive Situation am Arbeitsmarkt habe aber die Kehrseite, dass zunehmend qualifizierte Fachkräfte für Handwerk und Wirtschaft fehlen. „In Bayern gibt es derzeit rund 12.000 offene Ausbildungsstellen, die nur sehr schwer besetzt werden können“, erklärte Holtzwart. Rund 1.700 Stellen davon befinden sich in der Oberpfalz.

Die Regionaldirektion Bayern habe sich deshalb für das Jahr 2017 zum Schwerpunkt gesetzt, das inländische und ausländische Fachkräftepotential zu aktivieren, junge Menschen an den Übergängen zu unterstützen, Geflüchtete an Jobs heranzuführen und weiter zu qualifizieren, Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen und die Inklusion voranzubringen. Dazu gibt es von den Agenturen für Arbeit verschiedenste Programme, Kurse und Projekte, darunter Integrationskurse, Berufsintegrationsjahre und ausbildungsbegleitende Hilfen. In Bezug auf das Thema Inklusion appellierte Holtzwart an die Unternehmen, auch Arbeitnehmer mit Handicap einzustellen. Unter den Arbeitslosen in Bayern befinden sich auch 22.962 Schwerbehinderte. „Viele Betriebe zahlen leider immer noch lieber eine Ausgleichsabgabe, als diese Menschen einzustellen“, stellte Holtzwart fest.

In den drei Arbeitsagenturbezirken in der Oberpfalz wurden bereits verschiedene Projekte zur Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit durchgeführt, die mit einer intensiven Betreuung der einzelnen Personen einherging. Wie eine Zeitreihe der Langzeitarbeitslosen im Agenturbereich Regensburg zeigte, konnten damit auch deutliche Erfolge erzielt werden. So sank die Zahl der Langzeitarbeitslosen dort vom Dezember 2013 von 2.134 auf 1.641 im Dezember 2016.

Ein besonderes Thema der Grenzregion in der Oberpfalz ist die hohe Bedeutung von tschechischen Arbeitskräften. In den Landkreisen Cham und Tirschenreuth stellen sie als Pendler jeweils über sechs Prozent der Beschäftigten dar. Allein im Landkreis Cham arbeiten 3.258 tschechische Staatsbürger. „Wir sind froh, dass wir uns aus diesem Pool mit gut ausgebildeten Arbeitskräften bedienen können“, so Joachim Ossmann vom Agenturbezirk Schwandorf, zu dem auch Cham zählt. Eine Verdrängung einheimischer Beschäftigter finde dadurch nicht statt, so Ossmann. Bayernweit liegt die Anzahl der ausländischen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bei 670.003 Personen. Das entspricht einem Anteil von 12,6 Prozent.

Auch das Thema „Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt“ war ein wichtiger Bestandteil des Gesprächs. Von rund 175.000 Flüchtlingen in Bayern sei allerdings erst rund ein Drittel am Arbeitsmarkt angekommen, so Ralf Holtzwart. 15.000 davon seien als arbeitslos gemeldet, 23.000 befinden sich in einer geförderten Ausbildung oder Maßnahme und 11.000 sind bereits auf dem Arbeitsmarkt integriert. Ein Großteil der Schülerinnen und Schüler, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, befinden sich noch in der Ausbildung. Wie Walter Schütz, Sachgebietsleiter für Berufliche Schulen an der Regierung der Oberpfalz berichtete, hat sich die Anzahl der Übergangsklassen in den Grund- und Mittelschulen seit dem Schuljahr 2012/2013 mehr als verfünffacht. Aktuell gibt es 79 Übergangsklassen, in denen 1.193 Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in der Oberpfalz beschult werden. Hierfür stehen 163 Lehrer zur Verfügung.

Die Berufsintegrationsklassen stiegen im selben Zeitraum von 5 auf 97 an. Von den 108 Absolventen der Berufsintegrationsklassen konnten im letzten Jahr rund 45 Prozent eine Ausbildung beginnen oder eine Arbeitsstelle antreten. Ende dieses Schuljahres erwartet Schütz bereits eine erheblich höhere Zahl von Absolventen: Rund 500 Berufsschüler und rund 400 Mittelschüler mit Migrationshintergrund. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit will man sich auch hier wieder bemühen, einen möglichst großen Anteil der Absolventen in Ausbildung oder Arbeit zu bringen. „Letztlich zahlen sich die Investitionen für eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt sowohl bei Langzeitarbeitslosen als auch bei Flüchtlingen aus“, ist sich Holtzwart sicher.

„Die Regierung der Oberpfalz und die Arbeitsagentur werden auch weiterhin eng zusammenarbeiten. Unser Ziel ist es, die Arbeitslosigkeit in der Oberpfalz auch in Zukunft so gering wie möglich zu halten“, betonte Regierungspräsident Axel Bartelt.

Pressemitteilung/MF