Arbeitsmarkt: Bayernweit kaum Veränderung zum vergangenen Monat

Kaum Veränderung am Arbeitsmarkt: die Arbeitslosenquote liegt im Vergleich zum Januar konstant bei 4,2 Prozent. Das ist trotzdem ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Februar 2020. Da lag die Quote noch bei 3,2 Prozent, allerdings auch noch nicht durch das Coronavirus beeinflusst.

„Im Februar haben zwar weniger Menschen ihre Beschäftigung verloren und sind dadurch arbeitslos geworden als vor einem Jahr. Gleichzeitig konnten jedoch weniger Arbeitslose eine Beschäftigung finden“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. Daher fiel der im Februar übliche leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit dieses Jahr sehr viel geringer aus als vor einem Jahr. Damals war die Zahl der Arbeitslosen von Januar auf Februar um gut 5700 gesunken. Dieses Jahr waren es nur 159 Arbeitslose weniger.

„In Anbetracht der anhaltenden Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie hält sich der Arbeitsmarkt in Bayern verhältnismäßig robust“, sagte Holtzwart. „Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage angespannt ist. Die staatlichen Subventionen federn stärkere Auswirkungen ab.“

Unterbeschäftigung

„Die Zahl der Unterbeschäftigung umfasste im Februar 400.037 Personen, 18,8 Prozent mehr als im Vorjahr. In der Zeit der Arbeitslosigkeit investieren wir besonders stark in die Weiterbildung der Menschen, um die Beschäftigungsfähigkeit aufgrund des Strukturwandels im Freistaat langfristig zu sichern. Trotz der Einschränkungen fördern wir im Bereich der beruflichen Weiterbildung aktuell 1.640 bzw. 6,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist sehr erfreulich“, so Holtzwart.

Deutlich mehr Stellenmeldungen als im Vormonat

Im Februar wurden den bayerischen Arbeitsagenturen und Jobcentern (gE) 25.466 Stellen gemeldet. Die Stellenmeldungen sind um 9.051 bzw. 55,1 Prozent im Vergleich zum Januar gestiegen. Insgesamt befinden sich aktuell 94.737 Arbeitsstellen im Stellenpool, 20.508 (-17,8 Prozent) weniger als im Vorjahr.

„Im Vergleich zum Vormonat ist der Personalbedarf der Unternehmen deutlich gestiegen. Erfahrungsgemäß nehmen die Stellenmeldungen im Februar zu. In Anbetracht der aktuellen Lage ist das jedoch besonders positiv. Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist je nach Branche sehr unterschiedlich. Betrachtet man die prozentuale Vorjahresveränderung der neu gemeldeten Stellen seit Jahresbeginn wurden im Bereich der Produktion von Vorleistungsgütern, insbesondere von chemischen Erzeugnissen und Kunststoffwaren, 21,1 Prozent mehr Stellen gemeldet. Im Gastgewerbe gingen die Stellenmeldungen dagegen um 60,9 Prozent zurück. Insgesamt bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften jedoch verhalten. So wurden im Vergleich zum Vorjahresmonat rund 17 Prozent weniger neue Stellenangebote gemeldet. Die Pandemieentwicklung bleibt äußerst dynamisch und erschwert es den Unternehmen längerfristig zu planen“, erklärte Holtzwart.

Azubi bleibt die begehrte Fachkraft von morgen – Corona hin oder her

Seit Oktober 2020 haben sich 44.960 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle an die Arbeitsagenturen in Bayern gewandt. Das sind 15,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig wurden 76.249 Ausbildungsstellen gemeldet, 10,3 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Rein rechnerisch stehen einem Ausbildungssuchenden 1,7 Ausbildungsstellen gegenüber.

„Die Entscheidung, in welche Richtung es beruflich gehen soll, ist ein äußerst entscheidender Schritt und nicht immer leicht. Jugendliche, die eine Ausbildung machen möchten, sollten sich trotz der aktuellen Situation nicht verunsichern lassen. Die Unternehmen wollen weiterhin ausbilden. Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich mit der eigenen Berufswahl auseinanderzusetzen und die Weichen zu stellen. Dafür steht die Berufsberatung der Agentur für Arbeit den jungen Menschen zur Seite. Eine frühzeitige, intensive Beratung unterstützt sie dabei, sich für den richtigen Beruf zu entscheiden und das Fundament für eine stabile Erwerbsbiographie zu legen. Wir bieten telefonische und Videoberatung an. Und wir sind online präsent: mit Tools wie „Check U“ oder Livechats auf YouTube. Unternehmen, die Besetzungsschwierigkeiten haben, empfehle ich, sich auch in der Ausbildung attraktiv und zukunftsorientiert aufzustellen“, so Holtzwart weiter.

Die Zahl der Beschäftigten in Bayern sinkt – aber nicht in allen Branchen

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt nach der aktuellsten Hochrechnung im Dezember 2020 bei 5.715.800. Die Beschäftigung ist im Vergleich zum November um 46.400 bzw. 0,8 Prozent und zum Vorjahr um rund 14.200 bzw. 0,2 Prozent zurückgegangen.

„Nach einer ausgesprochen guten Herbstbelebung dämpft die Pandemieentwicklung und die beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung die wirtschaftliche Erholung. Der Arbeitsmarkt erleidet einen Rückschlag. Auch wenn die Kurzarbeit wieder steigt: Aktuell erwarten wir auf dem bayerischen Arbeitsmarkt keinen zweiten April 2020. Dazu tragen unter anderem die Stützungsmaßnahmen für die Betriebe, die bereits vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise und der Beginn der Impfungen bei. Anders als im letzten Frühjahr sind dieses Mal nicht alle Branchen betroffen. Insofern ist die Beschäftigungsentwicklung im Freistaat in den Wirtschaftsbereichen sehr unterschiedlich. In einigen Branchen, wie z.B. dem Informations- und Kommunikationssektor, der öffentlichen Verwaltung, dem Baugewerbe oder der qualifizierten Dienstleistungen ist die Beschäftigung sogar deutlich gestiegen. Auf der anderen Seite ist die Beschäftigung pandemiebedingt im Gastgewerbe sowie strukturell bedingt deutlich in der Arbeitnehmerüberlassung sowie leicht im Verarbeitenden Gewerbe gesunken. Gerade Unternehmen in Kurzarbeit, die die Transformation meistern müssen, empfehle ich, die Zeit der Kurzarbeit für die Weiterbildung ihrer Belegschaft zu nutzen. Angefangen bei der Beratung bis hin zu der finanziellen Förderung bei den Weiterbildungskosten können Unternehmen auf die Unterstützung der Arbeitsagenturen zählen“, sagte Holtzwart abschließend.

Mehr Arbeitslose in Regensburg

Im Bezirk Regensburg gibt es im Februar mehr Menschen ohne Arbeit als noch im Januar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gehen 3.548 mehr Menschen keiner Arbeit nach.

Die Arbeitslosenquote liegt konstant bei 3,7 Prozent.