IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes sieht die Lage differenziert: „Während die Standortzufriedenheit weitestgehend stabil ist, bricht die Investitionsfreude ein. Das ist ein ernstes Alarmsignal für den Kommunalwahlkampf.“
Nur 28 Prozent der Betriebe planen derzeit Erweiterungen am Standort – halb so viele wie noch 2020. Gleichzeitig erwägen acht Prozent der Unternehmen eine Betriebsschließung. Laut IHK-Konjunkturexpertin Sibylle Aumer ist das ein deutliches Zeichen für den Verlust der Standortattraktivität, ausgelöst durch bürokratische Hürden und hohe Kosten.
Die Umfrage macht deutlich, woran es den Firmen mangelt: lange Genehmigungsverfahren, fehlende digitale Verwaltungsprozesse, hohe Strompreise und ein Mangel an Fachkräften.
Helmes fordert deshalb konkrete Schritte: „Politikerinnen und Politiker, die bei der Kommunalwahl 2026 Verantwortung übernehmen wollen, sollten notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Standortbedingungen vor Ort ergreifen.“ Die IHK bietet dabei ihre regionalen Gremien als Dialogpartner an.
Trotz der Kritikpunkte zeigt die Umfrage auch positive Aspekte: Die Region punktet mit hoher Lebensqualität, einem guten Sport-, Kultur- und Freizeitangebot sowie einer zuverlässigen Energieversorgung. Auch die Loyalität und Motivation der Mitarbeitenden zählen zu den großen Pluspunkten – ein wichtiger Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte.
Die IHK will die Resultate für die einzelnen Regionen – Amberg-Sulzbach, Cham, Kelheim, Neumarkt, Nordoberpfalz und Regensburg – in den kommenden Wochen vorstellen. Ziel ist es, die Erkenntnisse als Grundlage für Gespräche mit den Kandidatinnen und Kandidaten der Kommunalwahl 2026 zu nutzen.
Weitere Informationen und Grafiken zur Umfrage finden sich unter www.ihk.de/regensburg/standortumfrage.
IHK Oberpfalz / Kelheim / TK