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ADAC Staubilanz 2019: Fahrer standen in Bayern 73.500 Kilometer im Stau

Auf rund 73 500 Kilometern haben Fahrer im vergangenen Jahr auf bayerischen Autobahnen im Stau gestanden. Sie mussten deshalb 15 3000 Stunden warten, wie das Bayerische Verkehrsministerium auf eine Anfrage der SPD mitteilte.

„Der bayerische Autobahnstau reicht zweimal um den Globus», kritisierte Landtags-Vizepräsident Markus Rinderspacher (SPD). Die bayerischen Autobahnen seien «chronisch überlastet“. Die Staatsregierung habe es versäumt, den Verkehr auf die Schienen zu verlagern.

Die A3 Passau/Suben Richtung Regensburg ist Deutschlands Stau-Autobahn Nummer eins. Insgesamt 3220 Stunden oder umgerechnet 134 Tage mussten die Autofahrer vor der Grenzkontrollstelle bei Pocking ausharren. 

Besonders lange im Stau standen Auto- und Lastwagenfahrer den Angaben nach auf der Autobahn 3 mit 3477 Stunden. Auch die Staus auf den Autobahnen 8 und 9 kamen auf eine Dauer von mehr als 3000 Stunden. Hauptursache seien Unfälle und Baustellen, heißt es in der Anfrage. In den vergangenen beiden Jahren seien in Bayern rund 550 Millionen Euro investiert worden, um Staus zu vermeiden.

 

Nach Angaben des ADAC waren die Staus in Bayern 2019 sogar noch deutlich länger: Demnach standen Fahrer 266 869 Kilometer im Stau. Dafür hätten sie 83 455 Stunden benötigt. «Weder unsere noch die Zahlen des Freistaates sind falsch, nur die Grundlage ist eine andere», erklärte ein Sprecher des Verkehrsclubs.

 

Während der ADAC jede Verkehrsmeldung zu Staus oder stockenden Verkehr aufnimmt, bemisst das Ministerium Staus mithilfe von stationären Detektoren. Diese Detektoren sind an besonders befahrenen Straßen aufgestellt. Ein Stau nach einem Unfall auf einer weniger anfälligen Strecke fließt dementsprechend nicht in die Statistik ein.

 

Die Staubilanz diesen Jahres wird nach Prognosen des ADAC geringer ausfallen. Wegen der Corona-Krise sei die Anzahl der Staus im Vergleich zu Anfang März schon um mehr als 75 Prozent zurückgegangen.

 

Pressemeldung ADAC/dpa