74 Flüchtlinge auf Parkplatz bei Wernberg-Köblitz ausgesetzt

Insgesamt 74 kurdisch-stämmige Personen, vermutlich Iraker oder Syrer, haben Beamte der Polizeiinspektion Nabburg in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag im Bereich Wernberg in Gewahrsam genommen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand mussten die Eingeschleusten mehrere Tage auf einem Lkw verbringen und dort auch ihre Notdurft verrichten.

Personengruppen irren im Bereich der Autobahnanschlussstelle Wernberg-Köblitz umher

Am Gründonnerstag gegen Mitternacht trafen Beamte der PI Nabburg innerhalb von drei Stunden auf mehrere Personengruppen im Bereich der Autobahnanschlussstelle Wernberg-Köblitz. Die insgesamt 59 Männer und Frauen unterschiedlichster Altersgruppen konnten weder für sich noch für die mitreisenden 12 Kinder und 3 Jugendlichen Ausweispapiere vorweisen. Wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise übernahm die örtlich zuständige Bundespolizeiinspektion Waldmünchen mit Unterstützung der Bundespolizeiinspektion Waidhaus und Selb die weitere Sachbearbeitung und grenzpolizeilichen Ermittlungen.

Erstversorgung: Unterbringung in Nabburger Schulsporthalle

Zunächst galt es die Männer und Frauen sowie Kinder und Jugendlichen zu versorgen und unterzubringen. Hervorragende Unterstützung leistete hierbei die Feuerwehr Nabburg, das örtliche THW sowie das örtliche BRK. Die Bundespolizisten brachten alle Personen für eine erste Versorgung zunächst im Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Nabburg unter. Anschließend veranlasste Nabburgs Bürgermeister das Aufstellen von Feldbetten in der Schulsporthalle. Dort kümmerten sich die Rettungsdienste sowie der Arbeitskreis Asyl um eine erste Unterbringung und Versorgung.

Flüchtlinge skrupellos ausgenutzt – Schleuser verlangten zwischen 6.000 und 10.000 US-Dollar

Wie die ersten Ermittlungen ergaben, haben skrupellose Schleuser die Not der Menschen ausgenutzt und dabei kräftig verdient. Zwischen 6.000 und 10.000 US-Dollar mussten die Flüchtlinge an die Schleuser bezahlen. Viele der Männer und Frauen haben laut ersten Vernehmungen alles verkauft um den Schleuserlohn bezahlen zu können. Einige haben Verwandte oder Bekannte in Deutschland. Erste Kontaktaufnahmen durch bereits in Deutschland lebende Landsleute sind bereits erfolgt.

Unmenschliche Reisebedingungen

Für einige der Migranten begann die Reise bereits im August 2014. Als Angehörige einer religiösen Minderheit, zumeist kurdischer Abstammung, fühlten sie sich verfolgt und fürchteten um ihr Leben. Zunächst in einem Flüchtlingslager untergekommen machten sie sich mit Pass und Visa auf in Richtung Türkei. In Istanbul wurden die einzelnen Personen und Personengruppen zusammengefasst und auf einen Lkw verfrachtet. Nur mit etwas Heu und Stroh sowie einigen Kanistern für die Notdurft ausgestattet ging es dann ohne Ausweispapiere über Bulgarien weiter nach Deutschland. Während der Fahrt durfte der Lkw nicht verlassen werden. Erst im Bereich Wernberg scheuchte sie der Fahrer vom Lastwagen ehe er davonfuhr.

Flüchtlinge werden auf Erstaufnahmeeinrichtungen in Regensburg und Selb verteilt

Nach Abschluss der grenzpolizeilichen Ermittlungen bringt die Bundespolizei 50 Personen in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Regensburg. Die restlichen 24 Personen bringen die Selber Bundespolizisten in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Zirndorf.

PM/JK