23. Internationale Kurzfilmwoche: Die Gewinner 2017

Am gestrigen Abend, dem 22. März 2017, erreichte die 23. Internationale Kurzfilmwoche Regensburg mit der Preisverleihung ihren Höhepunkt. Eine Woche lang gab es weit über 300 Filme in rund 80 Veranstaltungen zu sehen.

 

Begleitet wurde das Filmprogramm mit Ausstellungen, Workshops und vielerlei Angeboten für Filmemacher. Viele Gäste aus dem In- und Ausland kamen eigens nach Regensburg gereist, um an dieser bunten Woche teilzunehmen. Ein stimmungsvoller Einstieg der Preisverleihung war die Plattenfilm-Vertonung von Willi Dorners Film every-one durch den lokalen DJ TomTiger. Eben dieser Film gewann auch den heuer zum ersten Mal verliehenen Architekturfilmpreis. Die Fachjury (Andreas Emminger, Laura Engelhardt, Marianne Sperb) würdigte den Film als besten Beitrag aufgrund seiner Kreativität und Originalität. In einer Abfolge von nur allzu bekannten stadträumlichen Alltagssituationen werde mittels überraschender Einstellungen, geschickter Szenenwechsel und einer hohen choreographischen Qualität der Aufnahmen das Thema Stadt und Stadtgesellschaft eindrücklich beschrieben. In diesem Zusammenhang gab es eine freudige Überraschung: Der Sender Arte kaufte im Rahmen unseres Festivals die Ausstrahlungsrechte von Dorners Film an. Der Film und ein kurzes Porträt der Kurzfilmwoche werden am 31.05.2017 in der Sendung Kurzschluss zum Thema Stadt und Raum ausgestrahlt.

Daneben wurden zahlreiche weitere Preise vergeben.

Der Hauptpreis im Internationalen Wettbewerb ging an den Film Limbo von Konstantina Kotzamani. Die internationale Jury (Anastasia Lobanova, Alexia Roider, Pim Zwier) lobte den Film für seinen einzigartigen künstlerischen Stil, die starke Bildsprache, die ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen, die akribische Bildkomposition und das Talent der Regisseurin, eine epische Atmosphäre zu schaffen, aus der sich eine poetische und sinnbildliche Handlung entwickelt.

Kulturreferent Klemens Unger durfte den Preis der Stadt Regensburg an den Film Mon dernier été von Claude Demers aus Kanada vergeben. Die Jury der Jungen (Florian Danner, Ludwig Michel, Marc Roggenstein, Lola Werner) lobte die ruhige, wortarme Erzählweise des Films, die es schaffe, gleichzeitig ein schweres Thema und die Unbeschwertheit des Sommers auf die Leinwand zu bringen.

Der Kurzfilmpreis im Deutschen Wettbewerb ging an Herr und Frau Müller von Dominique Klein. Die deutsche Jury (Jörn Staeger, Volker Steinkopff, Jenni Zylka) bewunderte den Respekt und die Geduld des porträtierten Ehepaares. Ohne zu manipulieren, ohne jegliche Betulichkeit zeige die Regisseurin Dominique Klein in ihrem berührenden Kurzdokumentarfilm nahezu in Echtzeit, wie lange es dauert, seine Gefühle auszudrücken, wenn einem dafür nur noch der linke Daumen zur Verfügung steht.

Der Max-Bresele-Gedächtnispreis ging an Florian Andreas Dedek für seinen Film Dann muss es ja ein was weiß ich was Gutes geben. Aus Fragmenten, dokumentarischen Splittern, biografischen Selbstbefragungen und künstlerischen Ideen habe der Regisseur  seinen Film collagiert. Gleichermaßen in der Vergangenheit rund um den Deutschen Herbst samt dessen Konsequenzen und neuen Ängsten, Taten und Ideologien und der Gegenwart angesiedelt, ist der Film ästhetisch eigenwillig, mutig und politisch überzeitlich.

Der FFF-Förderpreis vergeben durch die FFF-Jury (Kathrin Anna Stahl, Helena Hufnagel, Farina Palmas) ging an den Film Jenny von Lea Becker. Die Jury lobte die Coming-of-Age Geschichte für die zwei großartigen Hauptdarsteller und das großartige Rhythmus-Gefühl.

Die Regionalfenster-Jury (Ger Duijzings, Marion Lanzl, Michael Mandl) vergab den Regionalfensterpreis an den Film Freakwave von Pennie Hunt. Die gesellschaftliche Relevanz, die sehr durchdachte und gut inszenierte Umsetzung überzeugten die Jury besonders. Eine lobende Erwähnung für seine gute und packende Umsetzung ging an den Film Borchert von Christina Iberl und Salima Batsi.

Der Kinokneipen-Publikumspreis ging an Michael Fetter Nathanskys Film Gabi.

Fast alle Gewinner waren persönlich anwesend oder haben Vertreter zur Preisverleihung entsandt. Die Preisträgerfilme sind am 23. März in der Filmgalerie im Leeren Beutel zu sehen. Die Publikumslieblinge sind am 23. März im Ostentorkino und am 24. - 26. März in der Filmgalerie zu sehen.

Eine ereignisreiche und vielfältige Woche geht zu Ende und lässt gespannt auf die nächste Ausgabe im März 2018 blicken.

 

 

 

 

PM/MB