Regensburg
Freitag, 5. März 2010 09:53
Im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche Deutschlands werden heute weitere Enthüllungen erwartet. Auf einer Pressekonferenz will das Bistum Regensburg zu Missbrauchsfällen in den Jahren 1958 bis 1973 Stellung beziehen. Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass es auch bei den Regensburger Domspatzen in früheren Jahrzehnten Fälle von Missbrauch gegeben haben soll.
Bistum Regensburg informiert um 10 Uhr
„Wir wollen das transparent untersuchen“, sagte der Sprecher des Bistums Regensburg gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Bistum werde eine Kommission einrichten, die alte Akten und Archive durchgehen soll. Dem Bistum lägen Hinweise auf Fälle zwischen den Jahren 1958 und 1973 vor. Um 10.00 Uhr soll es weitere Informationen geben.
In einem am Donnerstagabend auf der Internetseite der Regensburger Domspatzen veröffentlichten Schreiben wird der mittlerweile gestorbene ehemalige Internatsleiter mit Missbrauch in den 50er Jahren in Verbindung gebracht. „Der damalige Internatsleiter wurde nach unserem Kenntnisstand rechtskräftig verurteilt“, heißt es in dem Text, der vom heutigen Domkapellmeister Roland Büchner und zwei weiteren Verantwortlichen unterzeichnet ist.
Die Regensburger Domspatzen, die weltweit auftreten, haben in Regensburg ein eigenes Musikgymnasium und Internat. Bis 1963 war Theobald Schrems Domkapellmeister, von 1964 bis 1994 leitete der Bruder von Papst Benedikt XVI., Georg Ratzinger, die Domspatzen.
Abschlussbericht zu Kloster Ettal
Ebenfalls am Vormittag (11.00 Uhr) wird mit Spannung der vorläufige Abschlussbericht zu den sexuellen Übergriffen im bayerischen Kloster Ettal erwartet. Nach Informationen des Münchner Merkur soll es bei der Razzia der Staatsanwaltschaft in der Abtei um Kinderpornografie gegangen sein. Ein Mönch soll eingeräumt haben, dass er entsprechende Filme aus dem Internet geladen hat. Das Kloster, zu dem ein Internat und ein Gymnasium gehören, hatte mindestens zwei Missbrauchsfälle eingeräumt.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, wird in einer Woche (12. März) im Vatikan den Papst treffen und dabei auch über den Missbrauchsskandal sprechen, der die Kirche in ihren Grundfesten erschüttert. Es handele sich um eine der regelmäßigen Audienzen nach der alljährlichen Frühjahrskonferenz der deutschen Bischöfe, sagte ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn.
Missbrauchsfall auch im Bistum Passau
Auch der Direktor eines Studienseminars der Kapuziner im bayerischen Burghausen (Bistum Passau) soll sich an Jugendlichen vergangen haben, wie die bayerischen Kapuziner in München mitteilten. Bei den Fällen handle es sich um „schwerwiegende Übergriffe“ aus dem Schuljahr 1984/85, sagte der Leiter des Ordens in Bayern, Pater Josef Mittermaier.
Seit Ende Januar werden immer mehr Fälle und Verdachtsfälle von Missbrauch in katholischen Institutionen bekannt. Mutmaßliche Täter sind Priester, Ordensleute und Laien. Die Fälle liegen meist mehrere Jahrzehnte zurück. Inzwischen sind 18 von 27 Bistümern betroffen.
dpa / FR
Mehr dazu im Laufe des Tages!
Beiträge: 3
Gerhard Ludwig
Riekofen?
Jetzt weiß man, weshalb Rom die Versetzung nicht vollzieht. Der Skandal, so hört man aus Roms Mauern, ist dort seit Monaten bekannt.
jab
Schau ma mal ob die katholischen "Vorbilder" nur ein bisschen Ehrgefühl gegenüber den opfern haben.
Eigentlich bleibt doch für dieses Gesin... nur der sofortige Rücktritt aus allen Ämtern ,Schulen und wo Sie sonst noch was anstellen könnten .ihre Tantiemen werden sicher reichen um sich den Lebensabend zu versüßen ,hoffentlich nicht wieder mit alten Lastern !
Aber eher ist zu vermuten, wie sich ja bereits herausstellt ,das schnell "aufgeklärt" wird ( mit dem Besen?),da könnte sich mal die Justitz eine Scheibe davon abschneiden,von so einer rasanten Ermittlung !!!
Bin mal gespannt wie der Müller das wieder hinkriegt !
Josef
Was sagt Bischof Müller?