Weihnachten ist eigentlich ein Fest der Liebe und Besinnlichkeit. Für einen zweifachen Familienvater aus Beratzhausen ist Weihnachten vergangenes Jahr aber zum wahren Alptraum geworden.
An Heiligabend war es zum Streit mit seiner Frau gekommen. Als er am nächsten Morgen das Haus verließ, ahnte er nicht, dass er seine beiden kleinen Söhne zum letzten Mal gesehen hat. Nur wenige Stunden später waren die beiden Kinder tot - erdrosselt und erstickt von der eigenen Mutter. Sie muss sich deswegen seit heute vor dem Regensburger Landgericht verantworten.
Ihre Schuld wiegt schwer - mit einem Wollschal hat Ingrid S. ihren zweijährigen Sohn erdrosselt, mit einem Kissen anschließend ihren dreijährigen Sohn erstickt. Ort des Geschehens: das Haus der Familie in Unterpfraundorf bei Beratzhausen.
Entdeckt hatte die grausame Tat damals die Großmutter, die nach dem Rechten sehen wollte, weil es so still in der Wohnung der Enkelkinder war. Schon damals legte die Mutter der Kinder ein Geständnis ab. In der Justizvollzugsanstalt Regensburg versuchte sich Ingrid S. nur wenige Stunden nach der Tat selbst das Leben zu nehmen. Seitdem ist sie im Bezirkskrankenhaus Mainkofen untergebracht.
Heute Morgen um 9 Uhr begann schließlich der Prozess. Zunächst ein öffentlicher Prozess. Das Interesse war entsprechend groß. Doch nur zwanzig Minuten später war aus einem öffentlichen ein nicht-öffentlicher Prozess geworden.
Alles werde auf eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus rauslaufen, weswegen auch persönlichste Bereiche in der Verhandlung aufgedeckt werden. "Daher auch der Aussschluss der Öffentlichkeit", erklärte Jörg Meyer, der Anwalt der Angeklagten
Insgesamt fünf Tage sind für den Prozess angesetzt. Ingrid S. hat ein Pauschalgeständnis abgelegt. Einzelheiten müssen aber noch geklärt werden. Zahlreiche Gutachten werden für die abschließende Entscheidung hinzugezogen.