Bayern
Freitag, 12. Februar 2010 14:16
Kultusminister Spaenle sieht in den Aktionen während der Unterrichtszeit eine «Provokation»
München (ddp-bay). SPD und Grüne dringen darauf, dass die
Teilnehmer der am Freitag in sechs bayerischen Städten während der
Unterrichtszeit abgehaltenen Schülerstreiks von Strafen verschont
bleiben. Sollten die Schüler von ihrer Schule doch einen Verweis
wegen Fehlens bekommen, sollten sie diese «Repressalien melden»,
forderte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion,
Hans-Ulrich Pfaffmann, die rund 1500 in der Münchner Altstadt für
bessere Lernbedingungen demonstrierenden Schüler auf. «Wir werden
jeden einzelnen Verweis im Parlament vorlegen.»
Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause sagte, sie finde es «toll»,
dass sich die Jugendlichen auch nicht von Strafdrohungen abhalten
ließen, für ihre Anliegen auf die Straße zu gehen. Die Schüler
kritisieren insbesondere die hohe Stunden- und Lernbelastung infolge
des von neun auf acht Jahre verkürzten Gymnasiums (G8). Zudem
fürchten sie, dass sie im doppelten Abiturjahrgang benachteiligt
werden. Neben München wurde auch in Augsburg, Bamberg, Bayreuth,
Kempten und Würzburg gestreikt.
Bause betonte: «Was ist so ein Verweis schon im Vergleich dazu,
dass euch die Kindheit geklaut wird.» Sollten die Schüler einen
bekommen, «dann rahmt ihn euch ein und hängt ihn übers Bett».
Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hatte die Aktionen in sechs
bayerischen Städten während der Unterrichtszeit zuvor als
«Provokation» bezeichnet. Am Freitag betonte er, er nehme die
Kundgebungen, «sofern sie außerhalb der Pflichtschulzeit stattfinden,
sehr ernst».
(ddp)