Bayern
Mittwoch, 16. Dezember 2009 14:45
Tierschützer erstatten Anzeige
Höchberg (ddp-bay). Tierschützer haben nach der Tötung von gut
einem Dutzend Wildschweinen bei einem Polizeieinsatz am Wochenende
Anzeige erstattet. Es habe keine konkrete Gefahr bestanden, als sich
die Tiere nach einer Treibjagd im Reichenberger Wald im Kreis
Würzburg in die Garage eines Steinmetzbetriebes verirrt hatten,
begründete der «Arbeitskreis humaner Tierschutz» den Schritt am
Mittwoch.
Die Polizei hatte am Montag mitgeteilt, 13 orientierungslose
Wildschweine seien am Sonntag in der Garage im unterfränkischen
Höchberg erschossen worden, um eine Gefährdung Unbeteiligter
auszuschließen. Nach Angaben des Vorsitzenden des Arbeitskreises,
Roland Dunkel, hätte jedoch nach Eintritt der Dunkelheit nur die
Garage geöffnet werden müssen. «Die Tiere hätten in den Wald
zurückkehren können, ohne dass dabei irgendjemand zu Schaden gekommen
wäre», betonte der Tierschützer.
Mit Streifenfahrzeugen und Jägern hatte die Polizei nach eigenen
Angaben versucht, den Wildschweinen einen Fluchtweg zum Ortsrand zu
ermöglichen. Dazu wurde auch kurzfristig eine Bundesstraße gesperrt.
Da die verängstigten Tiere die Garage nicht mehr verlassen wollten,
sah sich die Polizei gezwungen, die Tiere zu töten. Ein
Polizeibeamter, der selbst Jäger ist, erlegte die Tiere.
(ddp)